Morning Briefing Europa – 18.02.2026

February 18, 2026

Asien & Futures
Die asiatischen Aktienmärkte handelten überwiegend fester, allerdings unter weiterhin dünnen Umsätzen, da mehrere Börsen aufgrund von Feiertagen geschlossen blieben. Japan überzeugte mit starken Exportdaten, was den Nikkei deutlich unterstützte. Auch US-Futures tendierten leicht höher. Für Europa signalisiert der Future auf den Euro Stoxx 50 eine positive Eröffnung nach den gestrigen Gewinnen.

Zentralbanken & FX
Die Reserve Bank of New Zealand ließ den Leitzins wie erwartet bei 2,25 %. Überraschend hawkishe Signale blieben aus. Die Notenbank sieht die Inflation innerhalb der nächsten zwölf Monate nahe dem 2 %-Ziel und erwartet erst ab Ende 2026 wieder steigende Zinsen. Der NZD reagierte mit deutlicher Schwäche.

Der US-Dollar legte moderat zu, nachdem Fed-Vertreter betonten, dass es keine Eile für Zinssenkungen gebe. Barr sprach von weiterhin bestehenden Inflationsrisiken, während Daly die aktuelle Geldpolitik als leicht restriktiv einstuft. Marktteilnehmer richten den Blick nun auf die FOMC-Minutes.

EUR/USD zeigte sich richtungslos nach den jüngsten ZEW-Enttäuschungen, während GBP/USD durch schwache Arbeitsmarktdaten belastet bleibt. USD/JPY profitierte von der verbesserten Risikostimmung.

USA – Rückblick
Die US-Aktienmärkte schlossen nach einem volatilen Handelstag leicht im Plus. Nach einem anfänglichen Abverkauf, angeführt von großen Technologiewerten, stabilisierten sich die Indizes im Verlauf. Schwächere regionale Konjunkturdaten trafen auf geopolitische Schlagzeilen, die den Handel dominierten.

Mehrere Fed-Vertreter signalisierten Geduld bei zukünftigen geldpolitischen Entscheidungen und verlangen weitere Fortschritte bei der Inflation, bevor Lockerungen diskutiert werden.

Anleihen
US-Treasuries standen unter Druck, die Kurve flachte ab. Anleger warten auf neue Hinweise aus den FOMC-Protokollen. Bund-Futures gaben ebenfalls leicht nach, auch im Vorfeld einer größeren deutschen Emission.

Rohstoffe
Öl stabilisierte sich nach den jüngsten Verlusten, während geopolitische Entwicklungen weiterhin im Fokus stehen. Gold erholte sich und notiert wieder über 4.900 USD je Unze. Kupfer setzte seine technische Gegenbewegung fort, allerdings bei begrenzter Liquidität.

Geopolitik
Die Gespräche zwischen den USA und Iran werden als teilweise konstruktiv beschrieben, zentrale Differenzen bestehen jedoch weiterhin. Parallel dazu fanden trilaterale Gespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine statt, die angespannt verliefen und fortgesetzt werden sollen. Präsident Selenskyj betonte, dass ein einseitiger Rückzug aus dem Donbas für die Ukraine nicht akzeptabel sei.

Zusätzlich sorgte ein gemeinsames Militärmanöver von Russland, China und Iran in der Straße von Hormus für Aufmerksamkeit.

Politik & Europa
Berichte über einen möglichen vorzeitigen Abgang von EZB-Präsidentin Lagarde wurden rasch relativiert – offiziell bleibt sie auf ihre Amtszeit fokussiert. In Großbritannien wächst der politische Druck auf höhere Verteidigungsausgaben, dem sich Finanzministerin Reeves bislang widersetzt.

Unternehmens- und Makro-Ausblick
Heute im Fokus stehen unter anderem die britischen Inflationsdaten, US-Industrieproduktion, Durable Goods sowie die FOMC-Minutes. Zudem läuft die nächste Runde der Ukraine-Russland-Gespräche.

Auf Unternehmensseite berichten unter anderem Analog Devices, Carvana, DoorDash, Booking, Moody’s, Garmin, Glencore und Orange.

Einordnung
Die Märkte starten mit vorsichtigem Optimismus, bleiben jedoch stark daten- und geopolitikgetrieben. Zentralbanken signalisieren weiterhin Geduld – ein Umfeld, das kurzfristig für erhöhte Sensitivität gegenüber Makrodaten spricht. Entscheidend dürfte heute sein, ob die FOMC-Protokolle den „higher for longer“-Narrativ bestätigen oder Spielraum für Lockerungsfantasien eröffnen.

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