Märkte im Überblick
Die Märkte gehen mit vorsichtigem Optimismus in den Monatsultimo. Auslöser war die Aussicht auf eine mögliche Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran über eine 60-tägige Verlängerung der Waffenruhe sowie den Start weiterer Gespräche über das iranische Atomprogramm. Gleichzeitig widersprechen iranische Quellen Berichten über eine bereits finalisierte Einigung. Die Lage bleibt daher unsicher.
An den US-Börsen wurden dennoch neue Allzeithochs erreicht. Unterstützend wirkten zudem schwächere Inflationsdaten und eine nach unten revidierte Wachstumszahl für das erste Quartal.
US-Indizes
- S&P 500: +0,57 % auf 7.563
- Nasdaq 100: +0,84 % auf 30.224
- Dow Jones: +0,05 % auf 50.670
- Russell 2000: +0,57 % auf 2.937
Iran und Naher Osten
Die Schlagzeilen bleiben widersprüchlich:
- Präsident Trump erklärte, die USA hätten militärisch die Oberhand und Iran sei geschwächt.
- Vizepräsident Vance bestätigte laufende Verhandlungen, betonte jedoch, dass noch keine Einigung erreicht sei.
- Berichte über ein Memorandum zur Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage machten die Runde.
- Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim dementierte, dass ein entsprechender Text bereits finalisiert sei.
- Gleichzeitig gab es Berichte über Explosionen und Schusswechsel in der Straße von Hormus.
- Iranische Medien meldeten die angebliche Abschuss eines US-Flugzeugs, was vom US-Militär umgehend zurückgewiesen wurde.
Wichtig für die Märkte bleibt: Jede Entspannung reduziert den geopolitischen Risikoaufschlag im Ölpreis.
Inflation und Geldpolitik
Die gestrigen US-Daten fielen insgesamt etwas schwächer aus als erwartet. Dies sorgte für sinkende Renditen und unterstützte Risikoanlagen.
Fed-Mitglied Musalem erklärte:
- Die Geldpolitik liege aktuell nahe oder sogar unter dem langfristig neutralen Niveau.
- Künftige Zinsschritte würden vollständig von den Daten abhängen.
- Sowohl Zinserhöhungen als auch Zinssenkungen bleiben möglich.
Europa
Die EU diskutiert heute mögliche Beschränkungen für chinesische Importe. Eine konkrete Entscheidung wird jedoch nicht erwartet. Hintergrund sind Sorgen über chinesische Überkapazitäten und Wettbewerbsverzerrungen.
Zusätzlich arbeitet die EU laut Berichten an Notfallbefugnissen für die europäische Halbleiterindustrie, um Lieferketten in Krisenzeiten besser kontrollieren zu können.
Asien
Die asiatischen Märkte profitierten von den Rekorden an der Wall Street.
Japan
Die jüngsten Daten fielen überwiegend positiv aus:
- Industrieproduktion besser als erwartet
- Einzelhandelsumsätze stärker als erwartet
- Arbeitslosenquote niedriger als prognostiziert
- Inflation in Tokio etwas schwächer als erwartet
China
Die Entwicklung blieb gemischt:
- Schwache Unternehmenszahlen belasteten einzelne Automobilwerte.
- Zusätzlicher Gegenwind kam durch die Diskussion möglicher EU-Handelsbeschränkungen.
Anleihen
- US-Staatsanleihen konnten zulegen.
- Sinkende Ölpreise und nachlassende Inflationssorgen sorgten für fallende Renditen.
- Auch Bund-Futures hielten ihre Erholung fort.
Rohstoffe
Öl
Der Ölpreis gab einen Großteil seiner jüngsten Gewinne wieder ab.
Belastend wirkten:
- Berichte über Fortschritte bei den Iran-Gesprächen.
- Hoffnungen auf eine Entspannung in der Straße von Hormus.
US-Lagerdaten:
- Rohölbestände: -3,33 Mio. Barrel
- Erwartet: -4,1 Mio. Barrel
Gold
Gold bleibt oberhalb von 4.500 USD je Unze stabil unterstützt durch:
- Schwächeren Dollar
- Rückläufige Renditen
- Anhaltende geopolitische Unsicherheit
Bitcoin
Bitcoin notiert weiterhin oberhalb von 73.000 USD, zeigte zuletzt jedoch leichte Gewinnmitnahmen.
Devisen
- Der US-Dollar stabilisierte sich nach den jüngsten Verlusten.
- EUR/USD hält sich oberhalb von 1,16.
- USD/JPY bleibt um die Marke von 159.
- Der Neuseeland-Dollar profitierte von zunehmend hawkischen Aussagen der Reserve Bank of New Zealand.
Heute im Fokus
Inflationsdaten
- Spanien HICP (Mai)
- Deutschland Importpreise (April)
- Deutsche Verbraucherpreise (Mai)
- Frankreich HICP (Mai)
- Italien HICP (Mai)
Arbeitsmarkt
- Deutsche Arbeitslosenquote (Mai)
Wachstum
- Französisches BIP Q1
- Kanadisches BIP Q1
Zentralbanksprecher
- Bailey (BoE)
- Kashkari (Fed)
- Schmid (Fed)
- Bowman (Fed)
- Daly (Fed)
Fazit
Die Märkte feiern aktuell die Möglichkeit einer Deeskalation im Nahen Osten und die Aussicht auf etwas geringeren Inflationsdruck. Gleichzeitig bleibt die Lage rund um Iran hochgradig unsicher, da sich die Aussagen aus Washington und Teheran widersprechen. Für den heutigen Handel stehen vor allem die europäischen Inflationsdaten im Mittelpunkt, die wichtige Hinweise für den weiteren geldpolitischen Kurs liefern könnten.





