Die Märkte bleiben von den Entwicklungen im Nahen Osten dominiert. Nach den jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Iran richtet sich der Fokus nun wieder auf mögliche Verhandlungen.
US-Präsident Trump erklärte, die Gespräche mit Iran liefen gut und ein Abkommen könnte bereits am Wochenende zustande kommen. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass sich die Verhandlungen auch noch zwei bis drei Wochen hinziehen könnten. Brent-Rohöl gibt am Morgen leicht nach.
Iranische Quellen bestätigten, dass die Gespräche weiterlaufen und bislang keine endgültige Entscheidung getroffen wurde. Aus Teheran wurde zudem ein Vier-Stufen-Plan für ein mögliches Abkommen vorgestellt:
- Beendigung der militärischen Auseinandersetzungen
- Maßnahmen rund um die Straße von Hormus
- Sanktionen und Nuklearfragen
- Einrichtung eines Kontroll- und Überwachungsgremiums
Iran-Konflikt
Die diplomatischen Signale bleiben gemischt.
US-Außenminister Rubio erklärte, Washington warte auf die endgültige Zustimmung Irans zu den laufenden Verhandlungen.
Gleichzeitig berichtete das Wall Street Journal, Trump habe intern signalisiert, einen Waffenstillstand aufzukündigen, falls US-Soldaten getötet würden.
Aus Iran hieß es, dass weiterhin Nachrichten zwischen beiden Seiten ausgetauscht würden. Außenminister Araghchi betonte, dass jeder feindliche Akt mit einer sofortigen Reaktion beantwortet werde.
CNN berichtete zudem über Gespräche zur Einrichtung eines milliardenschweren Fonds für Iran nach einem endgültigen Abkommen. Trump soll jedoch klargestellt haben, dass die USA kein direktes Geld an Iran zahlen würden.
Israel und Libanon
Die USA vermittelten eine Waffenruhe zwischen Israel und Libanon.
Vereinbart wurden:
- Rückzug der Hisbollah aus Gebieten südlich des Litani-Flusses
- Übernahme der Kontrolle durch die libanesischen Streitkräfte
- Fortsetzung der Gespräche in der zweiten Junihälfte
Trotzdem wurden weiterhin Luftangriffe im Südlibanon sowie Angriffe der Hisbollah auf israelische Stellungen gemeldet.
USA
Die US-Aktienmärkte schlossen schwächer.
- S&P 500: -0,71 %
- Nasdaq 100: -0,29 %
- Dow Jones: -1,21 %
- Russell 2000: -1,31 %
Besonders belastet wurden zyklische Werte und Finanzwerte. Energieaktien hielten sich aufgrund der höheren Ölpreise vergleichsweise gut.
Federal Reserve
Die Fed bleibt restriktiv.
Die Präsidentin der Dallas Fed, Lorie Logan, erklärte, sie sei zunehmend besorgt, dass später im Jahr weitere Zinserhöhungen notwendig werden könnten.
Ihre Kernaussagen:
- Die Wirtschaft bleibt stark.
- Die Unternehmensgewinne laufen „hervorragend“.
- Die Inflation kehrt zu langsam zum 2-%-Ziel zurück.
- Die aktuelle Geldpolitik wirke eher neutral als restriktiv.
Auch das Beige Book der Fed zeichnete ein solides Bild:
- 10 von 12 Distrikten meldeten leichtes bis moderates Wachstum.
- Ein Distrikt meldete Rückgang.
- Ein Distrikt meldete Stagnation.
Asien
Die asiatischen Börsen gaben nach.
Belastungsfaktoren:
- Nahost-Risiken
- Schwächere US-Technologieaktien
- Zinserhöhungsfantasie in Japan
Berichten zufolge diskutiert die Bank of Japan bereits über eine Zinserhöhung noch in diesem Monat sowie eine weitere Anhebung später im Jahr.
Der Yen profitierte davon leicht gegenüber dem US-Dollar.
Währungen
Der Dollar legt eine Verschnaufpause ein.
- EUR/USD steigt wieder über 1,16.
- USD/JPY fällt leicht von den Hochs über 160 zurück.
- Der Yen wird durch die Aussicht auf höhere japanische Zinsen gestützt.
Anleihen
Die Rentenmärkte stabilisieren sich.
US-Treasuries konnten sich etwas erholen, nachdem die Ölpreise von ihren Hochs zurückkamen.
Der Markt bleibt aktuell stark von den Entwicklungen am Energiemarkt und im Nahen Osten abhängig.
Rohstoffe
Öl korrigiert leicht nach dem starken Anstieg der Vortage.
Belastend wirken:
- Hoffnungen auf eine Einigung zwischen den USA und Iran
- Waffenruhe-Signale zwischen Israel und Libanon
Gold kann sich dagegen etwas erholen, nachdem der starke Dollar zuletzt Druck ausgeübt hatte.
Kupfer bleibt schwach und spiegelt die vorsichtige Risikostimmung wider.
Heute im Fokus
Europa:
- Schwedische Inflation (CPIF)
- Schweizer Inflation
- EU-Einzelhandelsumsätze
USA:
- Challenger Job Cuts
- Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
- Chicago Fed Labour Market Indicators
Redner:
- Andrew Bailey
- Christine Lagarde
- Mary Daly
- Michelle Bowman
- Thomas Barkin
Makro-Fazit:
Das dominante Thema bleibt unverändert: Diplomatie oder Eskalation im Nahen Osten. Die Märkte handeln derzeit weniger Wirtschaftsdaten und stärker geopolitische Schlagzeilen. Gleichzeitig bleibt das US-Wachstumsbild robust und die Fed zeigt weiterhin wenig Bereitschaft für schnelle Zinssenkungen.







