Am 12. Juni 2026 begann SpaceX (Ticker: SPCX) mit einem frei handelbaren Aktienbestand (Float) von rund 555,6 Millionen Aktien den Handel. Doch der eigentliche Treiber der kommenden Wochen könnte nicht Elon Musk, Starlink oder die Raumfahrtfantasie sein – sondern die Mechanik passiver Indexfonds.
Denn mit der Aufnahme in die wichtigsten US-Aktienindizes wird eine Welle automatischer Käufe ausgelöst, die unabhängig von Bewertung, Nachrichten oder Marktstimmung stattfindet.
Die Index-Aufnahmeleiter von SpaceX
SpaceX wird in mehreren Schritten in die großen US-Indizes aufgenommen:
| Index | Datum | Geschätzte Nachfrage |
|---|---|---|
| CRSP Total Market (VTI) | ca. 18. Juni | ~22 Mio. Aktien |
| S&P Completion (VXF) | ca. 18. Juni | ~22 Mio. Aktien |
| MSCI USA | ca. 25. Juni | ~11 Mio. Aktien |
| Russell 1000 | 26. Juni (bestätigt) | ~22 Mio. Aktien |
| Nasdaq-100 | ca. 2. Juli | ~61 Mio. Aktien |
Die erwartete Nachfrage aus diesen Indexaufnahmen summiert sich kurzfristig auf rund 139 Millionen Aktien. Das entspricht etwa 26 Milliarden US-Dollar beziehungsweise rund 25 % des gesamten frei handelbaren Aktienbestands.
Die größte einzelne Nachfragequelle dürfte die Aufnahme in den Nasdaq-100 sein. Allein dieser Schritt könnte Käufe von rund 61 Millionen Aktien auslösen.
Indexaufnahmen führen zu sogenannten passiven Käufen. Indexfonds und ETFs müssen die Aktie unabhängig vom Kurs kaufen, um ihre jeweilige Benchmark korrekt abzubilden.
Indexaufnahmen schaffen einen technischen Käufer, der unabhängig von Bewertung oder Marktmeinung kaufen muss. Diese Nachfrage kann den Kurs kurzfristig stützen, ist jedoch zeitlich begrenzt. Gleichzeitig erreichen viele Unternehmen den Punkt der Indexaufnahme erst nach einer Phase deutlicher Outperformance. Genau deshalb betrachten einige Investoren solche Ereignisse eher als Gelegenheit, Gewinne mitzunehmen, da ein Teil der zukünftigen Nachfrage bereits vorweggenommen worden sein könnte.
Die passive Nachfrage ist real, aber zeitlich begrenzt. Sie konzentriert sich auf einen kurzen Zeitraum rund um die tatsächliche Aufnahme in die jeweiligen Indizes.
Ist SpaceX den aktuellen Preis wert?
Auf Unternehmensebene entfallen mittlerweile fast 70 % der Umsätze auf Starlink. Das Unternehmen verfügt über etwa die Hälfte aller aktiven Satelliten im Orbit und besitzt strukturelle Kostenvorteile bei Raketenstarts.
Die Diskussion dreht sich daher weniger um die Qualität der Technologie als um die Bewertung.
Obwohl die aktuellen Ereginisse und Marktentwicklung ganz klar eine Blase gebildet haben, unterscheidet diese jedoch von der Dotcom-Blase des Jahres 2000. Die aktuelle Aufwärtsbewegung wurde stärker von steigenden Gewinnerwartungen getragen als von einer reinen Ausweitung der Bewertungsmultiplikatoren.
Der technologische Ausbau ist real, aber gleichzeitig stark überfinanziert.
Das Risiko besteht aus dieser Sicht nicht darin, dass die Technologie nicht funktioniert, sondern darin, dass der aktuelle Preis bereits ein nahezu perfektes Jahrzehnt an zukünftiger Entwicklung einpreist.
Fazit
SpaceX steht vor einer außergewöhnlich großen Welle passiver Nachfrage durch die Aufnahme in mehrere bedeutende Aktienindizes. Rund 139 Millionen Aktien beziehungsweise etwa 26 Milliarden US-Dollar an potenziellen Käufen könnten in den kommenden Wochen auf den Markt treffen.
Die Indexaufnahmen stellen einen technischen und marktstrukturellen Faktor dar. Die langfristige Entwicklung der Aktie wird hingegen davon abhängen, ob das Unternehmen die hohen Erwartungen erfüllen kann.










