NFP – Revisions & Einordnung

February 12, 2026

BLS-Benchmark-Revision streicht 898 Tsd. Jobs aus den Payrolls vom März 2025

Das Beschäftigungswachstum für das Gesamtjahr 2025 wurde von +584 Tsd. auf +181 Tsd. nach unten revidiert.

Januar NFP: +130 Tsd. (vs. +65 Tsd. erwartet)
Private Payrolls: +172 Tsd.

Die Household Survey zeigt ein konstruktives Bild:

  • Arbeitslosenquote fällt auf 4,3 %
  • Erwerbsquote steigt auf 62,5 %
  • Teilzeit aus wirtschaftlichen Gründen sinkt um 453 Tsd.
  • Breite Unterbeschäftigung (U-6) verbessert sich auf 8,0 %

Lohnwachstum kühlt ab:
Durchschnittliche Stundenlöhne +3,7 % YoY (zuvor 3,8 %).
Der Employment Cost Index lag zuletzt bei +0,7 % QoQ – dem niedrigsten Wert seit 2021.

Damit richtet sich der Fokus auf den CPI am Freitag, für den unser Nowcast bei 2,50 % YoY liegt.

Die Beschäftigung im Bundesdienst fiel erneut um -34 Tsd.; seit dem Hoch im Oktober 2024 beträgt der kumulierte Rückgang -327 Tsd. (-10,9 %).

1. Benchmark-Revisionen

  • Nonfarm Payroll Niveau März 2025: -898 Tsd. (SA) / -862 Tsd. (NSA)
  • Beschäftigungswachstum 2025: von +584 Tsd. auf +181 Tsd. revidiert
    → entspricht nur noch +15 Tsd. Jobs pro Monat

Der revidierte Verlauf zeigt in vier Monaten sogar negative Payrolls:

  • Januar: -48 Tsd.
  • Juni: -20 Tsd.
  • August: -70 Tsd.
  • Oktober: -140 Tsd. (getrieben durch verschobene Kündigungen im Staatsdienst)

Bis August lag das Beschäftigungsniveau 1,013 Mio. unter den ursprünglich gemeldeten Daten, bis Dezember bei -1,029 Mio.

Zusätzlich hat das BLS sein Birth-Death-Modell angepasst, sodass aktuelle Stichprobendaten nun monatlich einfließen. Das dürfte die Echtzeitgenauigkeit verbessern – ändert jedoch nichts daran, dass die Daten für 2025 die Jobdynamik deutlich überschätzt hatten.

Die Revisionen bestätigen unser Verständnis: Unternehmen entlassen nicht aggressiv, reduzieren jedoch klar ihre Neueinstellungen. Für die Fed ist das relevant, da die revidierten Daten zeigen, dass der Arbeitsmarkt während ihrer Zins-Haltephase deutlich schwächer war als in Echtzeit sichtbar.

In Kombination mit unserem CPI-Ausblick, erscheint eine lockerere Geldpolitik vor dem Hintergrund des dualen Mandats logisch.

2. Establishment Survey – Januar

Nonfarm gesamt: +130 Tsd.
Privat: +172 Tsd.
Staat: -42 Tsd.

Der Headline-Wert übertraf die Erwartungen deutlich; private Payrolls markieren den stärksten Monatswert der revidierten 2025/2026-Reihe.

Gewinnerbranchen

  • Gesundheitswesen: +82 Tsd.
    (Ambulant +50 Tsd., Krankenhäuser +18 Tsd., Pflege +13 Tsd.)
    → klar über dem revidierten Schnitt von +33 Tsd./Monat
  • Soziale Dienste: +42 Tsd.
  • Bau: +33 Tsd.
  • Professional & Business Services: +34 Tsd. (inkl. +9,1 Tsd. Zeitarbeit)
  • Industrie: +5 Tsd.; Diffusionsindex wieder über 50 (50,7) – erstmals seit Januar

Verliererbranchen

  • Öffentlich: -34 Tsd.
  • Finanzsektor: -22 Tsd. (Versicherer -11 Tsd.) → seit Mai-Peak -49 Tsd.
  • Transport & Logistik: -11 Tsd.
  • Information: -12 Tsd. (Telekom -15 Tsd., teilweise kompensiert durch Film +14 Tsd.)

Die +172 Tsd. privaten Jobs wirken stark – allerdings entfallen 124 Tsd. davon auf Gesundheitswesen und soziale Dienste. Ohne diese Sektoren lägen die privaten Payrolls nur bei +48 Tsd.

Positiv für kurzfristiges Einkommen und Konsum:

  • Durchschnittliche Wochenarbeitszeit steigt auf 34,3 Stunden
  • Aggregierte Lohnsumme +0,8 % MoM

→ spricht für solide Konsumfähigkeit zu Beginn von Q1.

3. Household Survey – Breite Verbesserung

  • Arbeitslosenquote: 4,3 %
  • Erwerbsquote: 62,5 %
  • Beschäftigungsquote: 59,8 %

Die Beschäftigung stieg um +528 Tsd. – der stärkste Zuwachs seit März.

Wichtig: Der Rückgang der Arbeitslosigkeit erfolgte bei steigender Erwerbsquote, also nicht durch Austritte aus dem Arbeitsmarkt.

Weitere Details:

  • Teilzeit aus wirtschaftlichen Gründen: -453 Tsd. auf 4,9 Mio.
  • U-6: 8,0 % (von 8,4 %) → Verbesserung um 70bp in drei Monaten
  • Jobwechsler: +197 Tsd. auf 1,029 Mio. → klassisches Vertrauenssignal

Risiko:
Langzeitarbeitslose (27+ Wochen) liegen bei 1,835 Mio. – zwar -113 Tsd. MoM, aber +386 Tsd. YoY und damit 25 % aller Arbeitslosen.

Die Household Survey stützt unsere Erwartung einer Wachstumsbeschleunigung in Q1 (GDP-Prognose: +3,14 % YoY). Steigende Beschäftigung bei gleichzeitig wachsender Erwerbsquote zeigt, dass die Arbeitskräftebasis expandiert und absorbiert wird.

Ausblick

Der CPI am Freitag ist diese Woche der entscheidende Makro-Impuls.
Die Q4-BIP-Daten folgen am 20. Februar.

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