BLS-Benchmark-Revision streicht 898 Tsd. Jobs aus den Payrolls vom März 2025
Das Beschäftigungswachstum für das Gesamtjahr 2025 wurde von +584 Tsd. auf +181 Tsd. nach unten revidiert.
Januar NFP: +130 Tsd. (vs. +65 Tsd. erwartet)
Private Payrolls: +172 Tsd.
Die Household Survey zeigt ein konstruktives Bild:
- Arbeitslosenquote fällt auf 4,3 %
- Erwerbsquote steigt auf 62,5 %
- Teilzeit aus wirtschaftlichen Gründen sinkt um 453 Tsd.
- Breite Unterbeschäftigung (U-6) verbessert sich auf 8,0 %
Lohnwachstum kühlt ab:
Durchschnittliche Stundenlöhne +3,7 % YoY (zuvor 3,8 %).
Der Employment Cost Index lag zuletzt bei +0,7 % QoQ – dem niedrigsten Wert seit 2021.
Damit richtet sich der Fokus auf den CPI am Freitag, für den unser Nowcast bei 2,50 % YoY liegt.
Die Beschäftigung im Bundesdienst fiel erneut um -34 Tsd.; seit dem Hoch im Oktober 2024 beträgt der kumulierte Rückgang -327 Tsd. (-10,9 %).
1. Benchmark-Revisionen
- Nonfarm Payroll Niveau März 2025: -898 Tsd. (SA) / -862 Tsd. (NSA)
- Beschäftigungswachstum 2025: von +584 Tsd. auf +181 Tsd. revidiert
→ entspricht nur noch +15 Tsd. Jobs pro Monat
Der revidierte Verlauf zeigt in vier Monaten sogar negative Payrolls:
- Januar: -48 Tsd.
- Juni: -20 Tsd.
- August: -70 Tsd.
- Oktober: -140 Tsd. (getrieben durch verschobene Kündigungen im Staatsdienst)
Bis August lag das Beschäftigungsniveau 1,013 Mio. unter den ursprünglich gemeldeten Daten, bis Dezember bei -1,029 Mio.
Zusätzlich hat das BLS sein Birth-Death-Modell angepasst, sodass aktuelle Stichprobendaten nun monatlich einfließen. Das dürfte die Echtzeitgenauigkeit verbessern – ändert jedoch nichts daran, dass die Daten für 2025 die Jobdynamik deutlich überschätzt hatten.
Die Revisionen bestätigen unser Verständnis: Unternehmen entlassen nicht aggressiv, reduzieren jedoch klar ihre Neueinstellungen. Für die Fed ist das relevant, da die revidierten Daten zeigen, dass der Arbeitsmarkt während ihrer Zins-Haltephase deutlich schwächer war als in Echtzeit sichtbar.
In Kombination mit unserem CPI-Ausblick, erscheint eine lockerere Geldpolitik vor dem Hintergrund des dualen Mandats logisch.
2. Establishment Survey – Januar
Nonfarm gesamt: +130 Tsd.
Privat: +172 Tsd.
Staat: -42 Tsd.
Der Headline-Wert übertraf die Erwartungen deutlich; private Payrolls markieren den stärksten Monatswert der revidierten 2025/2026-Reihe.
Gewinnerbranchen
- Gesundheitswesen: +82 Tsd.
(Ambulant +50 Tsd., Krankenhäuser +18 Tsd., Pflege +13 Tsd.)
→ klar über dem revidierten Schnitt von +33 Tsd./Monat - Soziale Dienste: +42 Tsd.
- Bau: +33 Tsd.
- Professional & Business Services: +34 Tsd. (inkl. +9,1 Tsd. Zeitarbeit)
- Industrie: +5 Tsd.; Diffusionsindex wieder über 50 (50,7) – erstmals seit Januar
Verliererbranchen
- Öffentlich: -34 Tsd.
- Finanzsektor: -22 Tsd. (Versicherer -11 Tsd.) → seit Mai-Peak -49 Tsd.
- Transport & Logistik: -11 Tsd.
- Information: -12 Tsd. (Telekom -15 Tsd., teilweise kompensiert durch Film +14 Tsd.)
Die +172 Tsd. privaten Jobs wirken stark – allerdings entfallen 124 Tsd. davon auf Gesundheitswesen und soziale Dienste. Ohne diese Sektoren lägen die privaten Payrolls nur bei +48 Tsd.
Positiv für kurzfristiges Einkommen und Konsum:
- Durchschnittliche Wochenarbeitszeit steigt auf 34,3 Stunden
- Aggregierte Lohnsumme +0,8 % MoM
→ spricht für solide Konsumfähigkeit zu Beginn von Q1.
3. Household Survey – Breite Verbesserung
- Arbeitslosenquote: 4,3 %
- Erwerbsquote: 62,5 %
- Beschäftigungsquote: 59,8 %
Die Beschäftigung stieg um +528 Tsd. – der stärkste Zuwachs seit März.
Wichtig: Der Rückgang der Arbeitslosigkeit erfolgte bei steigender Erwerbsquote, also nicht durch Austritte aus dem Arbeitsmarkt.
Weitere Details:
- Teilzeit aus wirtschaftlichen Gründen: -453 Tsd. auf 4,9 Mio.
- U-6: 8,0 % (von 8,4 %) → Verbesserung um 70bp in drei Monaten
- Jobwechsler: +197 Tsd. auf 1,029 Mio. → klassisches Vertrauenssignal
Risiko:
Langzeitarbeitslose (27+ Wochen) liegen bei 1,835 Mio. – zwar -113 Tsd. MoM, aber +386 Tsd. YoY und damit 25 % aller Arbeitslosen.
Die Household Survey stützt unsere Erwartung einer Wachstumsbeschleunigung in Q1 (GDP-Prognose: +3,14 % YoY). Steigende Beschäftigung bei gleichzeitig wachsender Erwerbsquote zeigt, dass die Arbeitskräftebasis expandiert und absorbiert wird.
Ausblick
Der CPI am Freitag ist diese Woche der entscheidende Makro-Impuls.
Die Q4-BIP-Daten folgen am 20. Februar.












