US Equity News – 15.05.2026

May 15, 2026

Trump & Xi:
Präsident Trump und Präsident Xi nehmen heute an einem offiziellen Fototermin sowie einem Arbeitsmittagessen teil. Die Märkte achten vor allem auf Aussagen zu Handel, Energie und Technologie.

Konjunkturdaten USA:
Die US-Industrieproduktion soll im April um +0,3 % M/M steigen (zuvor -0,5 %), während die Produktion im verarbeitenden Gewerbe bei +0,2 % erwartet wird. Die Kapazitätsauslastung dürfte leicht auf 75,8 % steigen. Der Empire Manufacturing Index wird hingegen etwas schwächer erwartet.

Europa:
Italien veröffentlicht finale Inflationsdaten für April. Zudem erscheint das EZB-Wirtschaftsbulletin vom März.

Rating-Agenturen:
Mögliche Updates heute:

  • Deutschland: Fitch (AAA)
  • Italien: S&P (BBB+)
  • Portugal: DBRS (A high)
  • Großbritannien: DBRS (AA)
  • Polen: Scope (A)

Optionsverfall:
Heute laufen große Mai-Kontrakte auf FTSE, Euro Stoxx 50, DAX sowie E-mini S&P/Nasdaq/Dow Futures aus – potenziell erhöhte Volatilität zum Wochenschluss.

Energie:
Baker Hughes veröffentlicht die US-Rig-Counts. Zuletzt lagen diese bei:

  • Öl: 410
  • Gas: 129
  • Gesamt: 548

US–CHINA

Die Gespräche zwischen Trump und Xi bleiben marktbewegend.

Trump sprach erneut von einer „sehr starken Beziehung“ zu Xi Jinping und erklärte, China werde schrittweise seine Märkte öffnen sowie deutlich mehr amerikanische Produkte kaufen.

Besonders wichtig:

  • China soll laut Trump mehr US-Öl kaufen, um die Abhängigkeit von der Straße von Hormus zu reduzieren.
  • USTR Greer sagte, China könnte über die nächsten drei Jahre jährlich mehr als USD 10 Mrd. an US-Agrarprodukten kaufen.
  • Sojabohnen- und Mais-Futures stiegen daraufhin deutlich an.

Im Industriebereich sorgte Trumps Aussage über mögliche Boeing-Aufträge aus China für Aufmerksamkeit:

  • China soll 200 Boeing-Flugzeuge bestellen.
  • Davon könnte insbesondere GE profitieren, da GE die Triebwerke liefert.

Trump sprach zudem Visa direkt an:

  • Er habe Xi gebeten, V besseren Zugang zum chinesischen Zahlungsmarkt zu ermöglichen.

IRAN & GEOPOLITIK

Die geopolitische Lage bleibt angespannt.

Die USA lehnten laut Berichten einen iranischen 14-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges ab. Der Iran hatte zunächst einen Waffenstillstand vorgeschlagen und danach neue Atomgespräche angeboten.

Trump erklärte:

  • Eine Lösung der Iran-Frage sei „nur eine Frage der Zeit“.
  • Die aktuelle iranische Führung sei „vernünftiger“.
  • Gleichzeitig warnte er, seine Geduld sei begrenzt.

China positionierte sich ebenfalls:

  • Xi und Trump seien sich laut chinesischem Außenministerium einig, dass der Krieg beendet werden müsse.
  • Peking fordert einen schnellen Waffenstillstand und diplomatische Lösungen beim Atomkonflikt.

Besonders relevant für die Märkte:

  • Iranische Politiker warnten erneut vor Eskalationen rund um die Straße von Hormus.
  • Der iranische Parlamentssprecher sprach von möglichen globalen Finanzmarktauswirkungen.

Das Thema Energieversorgung bleibt damit zentral für Öl-, Inflations- und Zinsmärkte.

MAKRO

Inflation & Zinsen

Die Diskussion um „Fed behind the curve“ nimmt weiter zu.

Mehrere Bond-Investoren argumentieren inzwischen:

  • Die Fed sei angesichts steigender Inflation zu locker.
  • 2-jährige US-Treasuries handeln inzwischen über 4 %.
  • Der aktuelle Fed Funds Korridor liegt dagegen nur bei 3,50–3,75 %.

Nach:

  • 3,8 % CPI
  • 6 % Wholesale Inflation

preist der Markt inzwischen praktisch keine Zinssenkungen mehr für dieses Jahr ein.

Fed-Mitglieder blieben dennoch vorsichtig:

  • Williams sagte, die Geldpolitik befinde sich „an einem guten Punkt“.
  • Barr warnte davor, Liquiditätsregeln für Banken zu lockern.

Japan

Die japanischen Produzentenpreise explodierten:

  • +2,3 % M/M
  • 4,9 % Y/Y

Das ist der stärkste monatliche Anstieg seit 2014 und verstärkt die Erwartungen weiterer BoJ-Zinserhöhungen.

Auch Japan kämpft inzwischen sichtbar mit:

  • steigenden Energiepreisen,
  • globalen Renditeanstiegen,
  • Inflationsdruck.

TECH & AI

Der AI-Bereich bleibt extrem heiß.

AMAT

Applied Materials lieferte starke Zahlen:

  • Umsatz und Gewinn über Erwartungen
  • sehr starke AI-Nachfrage
  • Ausblick deutlich angehoben

Das Unternehmen erwartet:

  • 30 % Wachstum im Semiconductor-Equipment-Geschäft in FY26.

Anthropic

Anthropic plant eine neue Finanzierungsrunde:

  • Bewertung: USD 900 Mrd.
  • Erwarteter Umsatzlauf: über USD 45 Mrd. annualisiert

OpenAI

OpenAI schließt weitere Kapitalaufnahmen nicht aus, trotz einer kürzlich abgeschlossenen USD 122 Mrd.-Finanzierungsrunde.

CBRS

Cerebras legte beim IPO massiv zu:

  • +68 % am ersten Handelstag
  • Bewertung nahe USD 95 Mrd.

FIG

Figma überzeugte ebenfalls:

  • starke AI-getriebene Kundengewinne
  • deutlich angehobener Jahresausblick

Die AI-Infrastruktur-Thematik bleibt damit einer der wichtigsten Treiber für:

  • Halbleiter,
  • Rechenzentren,
  • Stromnachfrage,
  • Kupfer,
  • Infrastruktur-Investitionen.

ENERGIE

Die Energie-Thematik bleibt hochrelevant.

• Die USA prüfen offenbar eine temporäre Aussetzung der Benzinsteuer, da Benzinpreise über USD 4,50/Gallone gestiegen sind.

• Die UAE bauen ihre Exportkapazitäten außerhalb der Straße von Hormus massiv aus.

• Indien erhöhte erstmals seit vier Jahren wieder die Treibstoffpreise.

• Gleichzeitig steigen LNG- und Infrastrukturinvestitionen weiter:
BlackRock, Mubadala und andere finanzieren ein USD 13 Mrd.-LNG-Projekt in Louisiana.

INDUSTRIALS & DEFENSE

BA

Boeing profitiert weiter von China-Hoffnungen.

SpaceX

SpaceX könnte bereits nächste Woche den IPO-Prospekt veröffentlichen:

  • mögliche Bewertung: USD 70–75 Mrd.
  • Roadshow eventuell ab 8. Juni

BAESY

BAE Systems erhielt einen neuen US-Armeeauftrag über USD 535 Mio.

FAZIT

Die Märkte bewegen sich aktuell klar in Richtung:

  • höherer Inflation,
  • höherer Renditen,
  • steigender geopolitischer Risiken,
  • gleichzeitig aber auch extrem starker AI- und Infrastrukturinvestitionen.

Der Bondmarkt signalisiert zunehmend:
Die Phase aggressiver Zinssenkungsfantasien dürfte vorbei sein.

Gleichzeitig treiben:

  • AI,
  • Energie,
  • Verteidigung,
  • Rohstoffe,
  • Infrastruktur

weiter Kapitalströme in zyklische und inflation-sensitive Bereiche.

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