Morning Briefing Europa 06.03.2026

March 6, 2026

Die globalen FinanzmÀrkte starten den Tag in einem Umfeld erhöhter Unsicherheit. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten dominieren weiterhin die Schlagzeilen, wÀhrend Anleger gleichzeitig auf wichtige US-Arbeitsmarktdaten warten. Die Stimmung bleibt daher insgesamt vorsichtig, auch wenn einige MÀrkte eine technische Stabilisierung zeigen.

Geopolitik: Eskalation im Iran-Konflikt

Die Lage im Nahen Osten bleibt der zentrale Treiber fĂŒr die globalen MĂ€rkte.

Die USA und Israel haben ihre Luftangriffe entlang der iranisch-irakischen Grenze intensiviert, wÀhrend US-PrÀsident Donald Trump öffentlich dazu aufgerufen hat, dass die kurdische Minderheit im Irak gegen die iranische Regierung aufbegehren soll.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklĂ€rte, die USA hĂ€tten „erst begonnen zu kĂ€mpfen“ und Iran unterschĂ€tze die FĂ€higkeit der USA, den Krieg langfristig fortzufĂŒhren. Gleichzeitig kĂŒndigte er an, dass die militĂ€rische Feuerkraft deutlich ausgeweitet werden soll.

Auch aus militĂ€rischer Sicht wird eine Eskalation erwartet. Das US Central Command erklĂ€rte, die Operation verlaufe erfolgreich und befinde sich in einer nĂ€chsten Phase, die darauf abzielt, die iranischen RaketenproduktionskapazitĂ€ten zu zerstören. Gleichzeitig seien die iranischen ballistischen Angriffe seit Beginn der Operation um etwa 90 % zurĂŒckgegangen.

Israelische StreitkrÀfte meldeten zudem eine breit angelegte Angriffswelle auf iranische Infrastruktur in Teheran, wÀhrend auch neue Angriffe im Libanon gemeldet wurden.

Regional weitet sich der Konflikt ebenfalls aus:

  • Explosionen in Bahrain und Kuwait
  • Raketenabwehr in Saudi-Arabien
  • Sicherheitswarnungen in Katar
  • Notfalltreffen der Arabischen Liga am Sonntag

Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist laut maritimen Sicherheitsstellen nahezu zum Stillstand gekommen, was erhebliche Auswirkungen auf den globalen Energiehandel haben könnte.

Iran erklĂ€rte allerdings, derzeit nicht die Absicht zu haben, die Straße von Hormus offiziell zu schließen.

US-Politik und Handel

Im US-Kongress wurde eine Resolution zur EinschrÀnkung der Kriegsbefugnisse der Regierung im Iran-Konflikt knapp mit 219 zu 212 Stimmen abgelehnt.

Parallel dazu bleiben auch handelspolitische Spannungen prÀsent:

  • Zwölf US-Bundesstaaten klagen gegen die neuen globalen Strafzölle der Regierung Trump
  • Washington erwĂ€gt, China dazu zu bewegen, weniger Öl aus US-Gegnerstaaten zu importieren
  • Gleichzeitig möchte die US-Regierung mehr chinesische KĂ€ufe von Sojabohnen und Boeing-Flugzeugen erreichen
  • Zudem arbeitet die US-Regierung an strengeren Exportregeln fĂŒr KI-Chips, wodurch Lieferungen von NVIDIA und AMD kĂŒnftig weltweit genehmigungspflichtig sein könnten.

Auch auf internationaler Ebene bewegen sich Handelsbeziehungen:

  • USA und Mexiko beginnen am 16. MĂ€rz GesprĂ€che zur ÜberprĂŒfung ihres Freihandelsabkommens
  • Kanada und die EU modernisieren ihr Handelsabkommen

AktienmÀrkte

Die US-AktienmÀrkte standen erneut unter Druck.

Die Eskalation im Nahen Osten fĂŒhrte zu einer klassischen Risk-Off-Stimmung, auch wenn sich die MĂ€rkte zum Handelsschluss teilweise stabilisierten.

SchlussstÀnde der wichtigsten US-Indizes:

  • S&P 500: -0,56 %
  • Nasdaq 100: -0,29 %
  • Dow Jones: -1,61 %
  • Russell 2000: -1,91 %

Die Kursverluste wurden zwischenzeitlich etwas begrenzt, nachdem Berichte aufkamen, dass China GesprĂ€che mit Iran ĂŒber sichere Öltransporte durch die Straße von Hormus fĂŒhrt.

In Asien zeigte sich ein gemischtes Bild:

  • ASX 200 unter Druck aufgrund schwacher Rohstoffwerte
  • Nikkei 225 richtungslos ohne klare Impulse
  • Hang Seng und Shanghai Composite leicht im Plus, unterstĂŒtzt durch Technologiewerte

Die US-Futures handeln aktuell stabil, wÀhrend europÀische Futures auf eine positive Eröffnung hindeuten. Der Euro Stoxx 50 Future liegt rund 1 % im Plus, nachdem europÀische Aktien am Donnerstag rund 1,5 % verloren hatten.

Devisenmarkt

Der US-Dollar-Index (DXY) legte zuvor aufgrund seiner Rolle als sicherer Hafen zu, pausiert jedoch aktuell.

Wichtige WĂ€hrungspaare:

  • EUR/USD: um 1,16, mit begrenztem AufwĂ€rtspotenzial aufgrund geopolitischer Risiken und steigender Energiepreise
  • GBP/USD: stabil nach Erholung vom Bereich um 1,33
  • USD/JPY: seitwĂ€rts mit leichtem AufwĂ€rtsdrift

Die australische WĂ€hrung zeigte relative StĂ€rke, unterstĂŒtzt durch steigende Metallpreise und Spekulationen auf eine mögliche Zinserhöhung der australischen Notenbank.

AnleihemÀrkte

US-Staatsanleihen handeln nahe den Tiefs des Vortages, nachdem steigende Energiepreise Inflationssorgen verstÀrkt hatten.

Die Aufmerksamkeit richtet sich heute klar auf den US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls).

Auch europÀische Staatsanleihen bleiben unter Druck, wÀhrend Marktteilnehmer zusÀtzlich auf:

  • Deutsche AuftragseingĂ€nge der Industrie
  • Revision des europĂ€ischen BIP

achten.

Rohstoffe

Der Energiemarkt bleibt stark von geopolitischen Entwicklungen beeinflusst.

Ölpreise hatten zuletzt deutlich zugelegt, gaben jedoch leicht nach, nachdem bekannt wurde, dass:

  • China GesprĂ€che mit Iran ĂŒber sichere Öltransporte fĂŒhrt
  • die USA eine 30-tĂ€gige Ausnahmegenehmigung fĂŒr russisches Öl erteilt haben, das nach Indien geliefert werden soll

ZusÀtzliche Entwicklungen im Energiemarkt:

  • QatarEnergy kann mehrere LNG-Lieferungen nicht erfĂŒllen
  • Saudi-Arabien erhöht die offiziellen Verkaufspreise fĂŒr Rohöl
  • die US-Regierung prĂŒft Maßnahmen zur Stabilisierung der Benzinpreise

Gold profitiert weiterhin von der geopolitischen Unsicherheit und notiert wieder ĂŒber 5.100 USD pro Unze.

Kupferpreise erholten sich leicht, nachdem asiatische Aktien ihre frĂŒhen Verluste teilweise aufholen konnten.

KryptowÀhrungen

Bitcoin handelt volatil um die Marke von 71.000 USD, ohne klare Richtung.

Konjunkturdaten und Termine

Heute richtet sich die Aufmerksamkeit auf mehrere wichtige Datenveröffentlichungen:

Europa:

  • Deutsche AuftragseingĂ€nge der Industrie (Januar)
  • BIP-Revision der Eurozone (Q4)

USA:

  • Non-Farm Payrolls (Februar)
  • EinzelhandelsumsĂ€tze (Januar)

Zudem sprechen mehrere Notenbankvertreter, darunter:

  • EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde
  • EZB-Mitglieder Cipollone und Schnabel
  • Fed-Mitglieder Daly, Collins und Hammack
  • RBA-Vertreter Hauser

Ratingagenturen veröffentlichen außerdem BonitĂ€tsĂŒberprĂŒfungen fĂŒr Frankreich (Fitch) und Griechenland (DBRS).

Fazit

Die MĂ€rkte bewegen sich aktuell in einem Umfeld aus geopolitischer Eskalation, Energieunsicherheit und wichtigen Makrodaten. Besonders der Konflikt im Nahen Osten bleibt der zentrale Risikofaktor fĂŒr globale MĂ€rkte und Energiepreise.

Der heutige US-Arbeitsmarktbericht dĂŒrfte daher kurzfristig entscheiden, ob sich die aktuelle Risk-Off-Stimmung fortsetzt oder eine temporĂ€re Stabilisierung einsetzt.

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