Geopolitik / Iran
Die geopolitische Lage bleibt angespannt. Laut WSJ hat sich Irans Position in den Gesprächen mit den USA kaum verändert – trotz laufender Vermittlungsversuche gibt es weiterhin wenig Fortschritt in Richtung eines Deals. Gleichzeitig berichten US- und israelische Quellen, dass neue Angriffe auf Iran bereits vorbereitet werden und theoretisch bereits nächste Woche stattfinden könnten.
US-Vizepräsident Vance erklärte nach Gesprächen mit Präsident Trump, dass Teheran nur zwei Optionen habe: entweder ein Abkommen oder eine Wiederaufnahme des Krieges. Er betonte zwar, dass Fortschritte erzielt worden seien, machte jedoch klar, dass Washington militärische Optionen weiterhin offen hält.
Zusätzlich meldete CBS unter Berufung auf US-Offizielle, dass amerikanische Streitkräfte mindestens zehn Minen in der Straße von Hormus identifiziert hätten. Das erhöht die Nervosität rund um die wichtigste Öltransportroute der Welt weiter.
Märkte / Überblick
Die Märkte reagierten defensiv auf die geopolitischen Schlagzeilen sowie auf den erneuten Renditeanstieg an den Bondmärkten.
US-Aktien schlossen schwächer:
- SPX -0,67 % bei 7.354
- Nasdaq -0,61 %
- Dow Jones -0,65 %
- Russell 2000 -1,01 %
Belastet wurde die Stimmung insbesondere durch die Meldungen rund um Iran sowie durch anhaltende Inflations- und Zinssorgen.
Auch in Asien überwogen Verluste. Der Nikkei fiel unter die Marke von 60.000 Punkten, während Hongkong und China unter schwachen Risikoappetit sowie Inflations- und Bond-Sorgen litten. Europäische Futures handeln ebenfalls schwächer – Euro Stoxx 50 Futures zuletzt rund 0,6 % tiefer.
Inflation / Zentralbanken
Fed-Mitglied Paulson betonte erneut, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei und Zinssenkungen erst dann denkbar seien, wenn die Inflation nachhaltig kontrolliert werde. Er schloss sogar weitere Zinserhöhungen nicht aus, falls Wachstum und Inflation erneut nach oben überraschen sollten.
Der Markt blickt heute insbesondere auf:
- Deutscher PPI (April)
- UK Inflation Report
- Finale EU-Inflationsdaten
- FOMC Minutes
Zusätzlich sprechen mehrere Notenbankvertreter, darunter Bailey, Mann und Dhingra von der BoE.
Devisen
Der US-Dollar konnte sich nach den jüngsten Renditeanstiegen stabil halten.
- EUR/USD fiel erneut unter 1,1600
- GBP/USD rutschte unter 1,3400
- USD/JPY handelt weiterhin nahe der kritischen 160er-Marke, wobei Interventionsrisiken aus Japan zunehmen
Die Kombination aus höheren Renditen, geopolitischer Unsicherheit und hawkishen Fed-Kommentaren stützt den Dollar kurzfristig weiter.
Rohstoffe
Öl bleibt durch die Iran-Lage unterstützt, auch wenn die Futures über Nacht eher seitwärts tendierten. Marktteilnehmer beobachten weiterhin mögliche Unterbrechungen im Schiffsverkehr rund um Hormus.
Zusätzlich sorgten starke API-Lagerdaten für Aufmerksamkeit:
- Rohöl: -9,1 Mio. Barrel
- Benzin: -5,8 Mio. Barrel
- Distillate: -1,0 Mio. Barrel
Zwei chinesische Supertanker mit insgesamt vier Millionen Barrel Öl passierten zuletzt die Straße von Hormus, während Indien offenbar ebenfalls Vorbereitungen trifft, Tanker durch die Region zu schicken.
Gold konnte sich nach einem kurzen Anstieg über USD 4.500/oz nicht halten und gab leicht nach, belastet durch steigende Renditen. Kupfer bleibt schwach aufgrund des risk-off Umfelds.
Unternehmen
Samsung Electronics steht im Fokus, nachdem die größte Gewerkschaft des Konzerns einen 18-tägigen Streik ab dem 21. Mai angekündigt hat. Hintergrund sind gescheiterte Lohnverhandlungen.
Heute richtet sich der Blick der Märkte vor allem auf:
- NVIDIA Earnings
- Target
- Intuit
NVIDIA bleibt dabei der wichtigste Einzeltermin der Woche.





