MORNING BRIEFING 19.01.2026

January 19, 2026

Asien-Pazifik – Marktüberblick

  • Aktien in Asien-Pazifik starteten überwiegend im Minus, da die Märkte auf die neuen US–Europa-Handelsspannungen reagieren. Ein Teil der Verluste wurde im Verlauf aber wieder aufgeholt.
  • ASX 200 startet mit moderaten Verlusten. IT und Finanzen belasten, während Gold und Utilities stützen – unterstützt durch XAU/USD auf neuem Allzeithoch.
  • Nikkei 225 trifft es am stärksten (zeitweise bis -1,5%), begleitet von einem stärkeren JPY durch Safe-Haven-Flows.
  • KOSPI outperformt und baut seine Allzeithochs aus, da Südkorea und China eine neue Runde von Freihandelsgesprächen vorbereiten.
  • Hang Seng & Shanghai Composite starteten schwächer, driften aber auseinander: Shanghai dreht ins Plus, während der Hang Seng die Verluste ausweitet. Chinas GDP (Q4 über Erwartungen, 2025 im Zielkorridor) löst keine spürbare Aktienreaktion aus.
  • US-Futures sind mit einem Gap nach unten gestartet und halten die Verluste – ausgelöst durch die wieder aufflammenden US–EU-Spannungen.
  • Europa-Futures signalisieren einen negativen Start: Euro Stoxx 50 Future -1,1%, nachdem der Kassamarkt am Freitag -0,3% geschlossen hatte.

Was passiert ist (Greenland / Tariffs)

  • US-Präsident Trump fordert, dass die USA Grönland erwerben, und bezeichnet es als „vital“ für die nationale Sicherheit.
  • Nach Ablehnung durch Dänemark und europäische Partner kündigt Trump Zölle an, explizit gekoppelt an Zustimmung zur Grönland-Frage:
    • 10% ab 1. Februar
    • 25% ab 1. Juni
  • Betroffen sind acht Länder: Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Norwegen, Schweden, UK.
  • Zusätzlich eskaliert die Lage, da Trump militärische Optionen nicht ausschließt.
  • Kontext: Das Ganze spielt sich unmittelbar vor Davos 2026 (19.–23. Januar) ab.

Europas Reaktion

  • Die acht Länder veröffentlichen eine gemeinsame Erklärung: Die US-Maßnahme gefährde transatlantische Beziehungen und berge das Risiko einer Abwärtsspirale.
  • EU-Botschafter halten Notfallgespräche in Brüssel.

Aktuelle EU-Linie

  • Keine sofortige Vergeltung
  • Abwarten bis 1. Februar, ob die Zölle tatsächlich kommen

Diskutierte Optionen

  • EUR 93 Mrd. an zuvor ausgesetzten EU-Gegenzöllen könnten automatisch am 6. Februar aktiv werden, falls Gespräche scheitern.
  • Aktivierung des Anti-Coercion Instruments („Trade Bazooka“): Zölle, Marktbeschränkungen, Limits für US-Firmen.
  • Hintergrund laut Medien: Europa würde lieber verhandeln, aber Retaliation bleibt möglich, falls Washington weiter eskaliert.
  • UK PM Starmer plant eine Notfall-Pressekonferenz am 19. Januar (vormittags, Uhrzeit noch offen).

Dänemark & Grönland

  • Grönland ist selbstverwaltet innerhalb des Königreichs Dänemark.
  • Dänemark & Grönland betonen: Grönland ist nicht verkäuflich – die Zukunft entscheiden die Grönländer.
  • Proteste in Nuuk, die politische Führung ist sichtbar beteiligt.
  • Dänische Militärs widersprechen US-Behauptungen über russische/chinesische Aktivitäten nahe Grönland.

Warum Grönland für die USA strategisch ist

  • Militär / Raketenabwehr: Pituffik Space Base, relevant für Frühwarnsysteme und Trumps „Golden Dome“-Pläne
  • Geografie: Schlüsselposition zwischen Nordamerika, Europa, Russland; Kontrolle über Arktis-Routen
  • Großmachtkonkurrenz: Counter gegen Russland & China in der Arktis
  • Rohstoffe: Rare Earths / kritische Metalle – wirtschaftliche Nutzung kurzfristig fraglich

NATO-Risiko

  • NATO: Arktis-Sicherheit müsse innerhalb der NATO geregelt werden – nicht über Druckmittel.
  • Europa warnt: Eine erzwungene Lösung würde die NATO-Einheit massiv beschädigen und territorialen Revisionismus legitimieren.

Was als Nächstes zählt
Kurzfristig (Wochen)

  • EU wartet bis 1. Februar
  • Diplomatie & Gespräche, inkl. Davos 19.–23. Januar
  • Deeskalation & Klarheit bei militärischer Kommunikation

Mittelfristig (wenn Zölle kommen)

  • EU-Gegenmaßnahmen (potenziell 90 Mrd.+)
  • Anti-Coercion Instrument möglich
  • Verzögerungen/Suspensionen bei EU–US-Abkommen

Worst Case

  • Bruch transatlantischer Beziehungen
  • NATO-Glaubwürdigkeit beschädigt
  • Größte Allianzkrise seit Jahrzehnten

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