Geopolitik / Iran
Die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Iran sind erneut eskaliert. Ein US-Offizieller bestätigte neue US-Angriffe auf einen iranischen Militärstandort sowie den Abschuss mehrerer iranischer Drohnen, die laut Washington eine Bedrohung für US-Streitkräfte und den kommerziellen Schiffsverkehr in der Straße von Hormus dargestellt hätten.
Der IRGC erklärte daraufhin, man habe als Reaktion einen US-Luftwaffenstützpunkt attackiert, während weitere Angriffe der USA eine „deutlich entschlossenere Antwort“ auslösen würden.
Zusätzlich meldeten iranische Medien Explosionen nahe Bandar Abbas. Die iranische Marine soll laut Tasnim mehrere Schiffe in der Straße von Hormus zur Umkehr gezwungen haben. Gleichzeitig hieß es, ein US-Öltanker habe versucht, mit ausgeschaltetem Radar die Meerenge zu passieren.
Auch Kuwait war betroffen: Luftalarm-Sirenen wurden aktiviert, während die kuwaitische Armee laut Al Hadath Raketen- und Drohnenangriffe abgefangen habe.
US-Präsident Trump betonte erneut, dass es keine Lockerung der Iran-Sanktionen geben werde und die USA „die Kontrolle über Irans Geld behalten“, bis sich Teheran entsprechend verhalte. Gleichzeitig erklärte Trump, dass Gespräche mit Iran „gut voranschreiten“ würden.
Trump sagte zudem, dass die Straße von Hormus für alle offen bleiben müsse und „niemand sie kontrollieren werde“. Gleichzeitig drohte er Oman mit militärischen Konsequenzen, sollte das Land sich nicht entsprechend verhalten.
Der Iran wiederum erklärte, dass seine roten Linien unverändert seien: Urananreicherung, Kontrolle über die Straße von Hormus sowie die Aufhebung von Sanktionen seien nicht verhandelbar.
USA / Makro
Mehrere Fed-Mitglieder signalisierten weiterhin einen restriktiven Kurs.
Fed-Vize Jefferson erklärte, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei und die Risiken aufwärtsgerichtet blieben. Gleichzeitig sei die Geldpolitik aktuell gut positioniert.
Fed-Mitglied Cook sagte, dass Zinssenkungen aktuell nicht angemessen seien. Inflation bewege sich „klar in die falsche Richtung“. Sie wäre bereit, die Zinsen erneut anzuheben, falls sich die Disinflation nicht rechtzeitig zeige.
Kashkari erklärte ebenfalls, dass Inflation weiterhin die höchste Priorität habe.
Goolsbee warnte derweil vor einem „old-style stagflation shock“ für Asien und betonte, dass Energieinflation deutlich hartnäckiger sei als erwartet.
Heute stehen zahlreiche wichtige US-Daten an:
- US GDP 2nd Estimate (Q1)
- US Core PCE (Apr)
- Durable Goods Orders
- Real Consumer Spending
- Atlanta Fed GDPNow
- ECB Minutes
- SARB-Zinsentscheidung
Aktienmärkte
Die US-Indizes bewegten sich gestern weitgehend seitwärts nahe Allzeithochs. Defensive Konsolidierung dominierte vor wichtigen Inflationsdaten und geopolitischen Schlagzeilen.
- SPX +0.02% bei 7.520
- NDX -0.09%
- DJI +0.36%
- RUT -0.02%
APAC-Märkte standen dagegen unter Druck, nachdem die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten erneut eskalierten.
Die europäischen Futures deuten ebenfalls auf einen schwächeren Handelsstart hin:
- Euro Stoxx 50 Futures -1.2%
Währungen
Der US-Dollar profitierte von steigenden Ölpreisen sowie Risk-Off-Stimmung. Gleichzeitig warten die Märkte auf die heutigen PCE-Daten.
- EUR/USD fiel unter 1.1600
- GBP/USD zurück unter 1.3400
- USD/JPY weiter oberhalb von 159.00
Anleihen
US-Treasuries standen weiter unter Druck. Die Kombination aus steigenden Ölpreisen, geopolitischem Risiko und hawkischen Zentralbank-Kommentaren belastete die Bondmärkte.
Auch Bund-Futures gaben nach.
Rohstoffe
Ölpreise stiegen erneut an. Hintergrund waren die Berichte über Explosionen in Bandar Abbas, militärische Spannungen in der Straße von Hormus sowie gegenseitige Angriffe zwischen den USA und Iran.
Die US-Privatlagerdaten:
- Rohöl: -2.8 Mio. Barrel
- Destillate: +11 Mio.
- Benzin: -3.2 Mio.
Gold geriet unter Druck durch höhere Renditen und einen stärkeren Dollar.
Bitcoin fiel im Verlauf unter die Marke von 73.000 USD.
Zentralbanken Asien
Die Bank of Korea beließ den Leitzins zwar unverändert bei 2.50%, mehrere Mitglieder signalisierten jedoch weitere Zinserhöhungen.
BoK-Gouverneur Shin sagte klar, dass die zukünftige Richtung restriktiv bleibe und Inflationsdruck weiter zunehme.
Auch die RBNZ signalisierte weitere Zinserhöhungen aufgrund anhaltender Inflationsrisiken.
Europa
EZB-Mitglied Lane warnte, dass selbst bei einem Rückgang des initialen Energie-Schocks die Zweitrundeneffekte noch längere Zeit bestehen bleiben könnten.





