Die kommende Woche steht erneut im Zeichen von Inflation, Zentralbanken und Wachstumsdaten. Nach den zuletzt deutlich hawkishen FOMC-Minutes und steigenden Energiepreisen richtet sich der Fokus nun auf US-PCE, globale Inflationsdaten sowie mehrere wichtige Zentralbankentscheidungen.
Montag
- Feiertag USA (Memorial Day)
- Feiertag UK (Spring Bank Holiday)
- Feiertag Europa (Pfingstmontag)
- Chicago Fed National Activity Index (Apr)
Die Woche startet ruhig mit dünner Liquidität aufgrund mehrerer Feiertage. Entsprechend könnten Bewegungen zunächst technisch geprägt bleiben.
Dienstag
- UK BRC Shop Price Inflation (Mai)
- Schwedischer PPI (Apr)
- US Hauspreisindex (März)
- US Case-Shiller Hauspreise (März)
- US Consumer Confidence (Mai)
Der Fokus liegt auf dem US-Konsumenten und dem Immobilienmarkt. Nach den zuletzt robusten Inflationsdaten bleibt entscheidend, ob der Verbraucher weiterhin widerstandsfähig bleibt.
Mittwoch
- RBNZ Zinsentscheidung
- Australischer CPI (Apr)
- Französisches Verbrauchervertrauen
- Italienische Industrieumsätze
- US ADP Arbeitsmarktbericht
- Richmond Fed Index
- Dallas Fed Index
Die RBNZ dürfte die Zinsen bei 2,25 % belassen, nachdem die Notenbank zuletzt zwar hawkish kommunizierte, aber globale Unsicherheiten – insbesondere rund um den Iran-Konflikt – gegen unmittelbare Zinserhöhungen sprechen. Gleichzeitig bleibt Inflation über dem Zielband.
Australiens CPI dürfte hoch bleiben. Märkte achten weniger auf die Richtung als auf die Persistenz der Inflation. Energiepreise und Zweitrundeneffekte bleiben zentral.
Donnerstag
- ECB Minutes
- BoK Zinsentscheidung
- SARB Zinsentscheidung
- Norwegisches BIP Q1
- EZ Verbrauchervertrauen
- US BIP Q1
- US PCE Inflation (Apr)
- US Jobless Claims
- US New Home Sales
Der Donnerstag ist der wichtigste Tag der Woche.
Die EZB-Minutes dürften zeigen, wie intensiv innerhalb der EZB bereits über weitere Zinserhöhungen diskutiert wurde. Präsidentin Lagarde hatte zuletzt bestätigt, dass eine Zinserhöhung thematisiert wurde.
In Südafrika wird eine Zinserhöhung um 25bps erwartet, nachdem Inflation zuletzt deutlich anzog.
Der Fokus liegt jedoch klar auf dem US-PCE-Bericht. Nach den heißen CPI- und PPI-Daten rechnen viele Modelle inzwischen mit den stärksten PCE-Werten seit 2022. Besonders beobachtet wird, ob sich der „higher for longer“-Narrativ weiter verfestigt.
Die Fed-Minutes hatten zuletzt gezeigt, dass eine Mehrheit der Mitglieder weitere Zinserhöhungen unterstützen würde, falls Inflation hoch bleibt.
Freitag
- Japanische Arbeitslosenquote
- Tokyo CPI
- Deutsche Importpreise
- Französisches BIP
- Deutsche Arbeitslosenquote
- Deutsche HICP Inflation
- Kanadisches BIP
- US Wholesale Inventories
Besonders wichtig wird Tokyos CPI als Frühindikator für Japans nationale Inflation. Gleichzeitig bleibt Deutschlands Inflationsentwicklung entscheidend für die EZB-Perspektive.
Zentraler Makro-Fokus der Woche
Die Woche dreht sich erneut um drei große Themen:
- Persistente Inflation
Energiepreise und geopolitische Spannungen halten Inflationsrisiken hoch. - Hawkishe Zentralbanken
Fed, EZB und mehrere globale Zentralbanken bleiben klar datenabhängig, aber zunehmend inflationsfokussiert. - Wachstumssorgen vs. Inflation
PMIs aus Europa und Großbritannien zeigten zuletzt bereits schwächeres Wachstum bei gleichzeitig erhöhtem Preisdruck — ein stagflationäres Umfeld bleibt damit präsent.
Week in Review – Wichtigste Punkte der Vorwoche
- FOMC-Minutes deutlich hawkish
- Mehrere Fed-Mitglieder offen für weitere Zinserhöhungen
- UK- und Eurozonen-PMIs schwächer
- Australischer Arbeitsmarkt überraschend schwach
- Japanische Inflation unter Erwartungen
- Kanadische Inflation softer
- China hielt LPR unverändert
- Energiepreise bleiben zentraler Inflationstreiber
Kurzfristig bleibt das Umfeld eher reflationär, während die Risiken für eine spätere stagflationäre Entwicklung steigen. Entscheidend bleibt dabei die Entwicklung der Inflationsdaten, der Makrodaten sowie die Reaktion der Assetpreise und Marktpositionierung.





