Status Quo – 26.04.2026

April 26, 2026

Wir sind aktuell in einem Markt, der von wenigen, aber sehr klaren Kräften gesteuert wird.

Der US-Dollar ist dabei der Ausgangspunkt.
Der Dollar bleibt schwach – und genau das war die entscheidende Bewegung der letzten Woche.

Diese Schwäche zieht sich durch alle Märkte:

Aktien steigen gegen den Dollar.
Bitcoin steigt gegen den Dollar.
Und entscheidend: Öl bewegt sich inzwischen mit dem Dollar, nicht mehr dagegen.

Das ist kein Zufall.
Das ist ein Zeichen dafür, dass wir uns in einem Umfeld bewegen, in dem Inflation wieder eine größere Rolle spielt.

Und genau daraus ergibt sich der nächste Block.

Zinsen bleiben unter Druck nach oben.
Nicht, weil jemand „Zinsen erhöhen will“.
Sondern weil das Umfeld es erzwingt.

Inflation kommt rein.
Rohstoffe steigen.
Und die Renditen reagieren darauf.

Das bedeutet:

Duration funktioniert nicht.
Das Shorten von Anleihen bleibt der saubere Trade.
Und alles, was von steigenden Zinsen profitiert, läuft weiter.

Das sehen wir auch im Markt selbst.
Bestimmte Aktien und Sektoren machen neue Hochs – nicht der gesamte Markt.

Das ist kein breiter Bullenmarkt.
Das ist selektives Kapital.

Rohstoffe bestätigen das Bild.

Der gesamte Komplex zieht an.
Nicht aggressiv in jedem einzelnen Bereich – aber strukturell.

Besonders wichtig:
Basismetalle beginnen, Edelmetalle zu überholen.

Das ist ein klassisches Signal dafür, dass es nicht nur um „Sicherheit“ geht,
sondern um wirtschaftliche Aktivität + Preisdruck gleichzeitig.

Öl bleibt dabei der zentrale Treiber.

Und genau deshalb funktionieren auch Märkte wie Norwegen oder Energie-Aktien so gut.

Global sehen wir das gleiche Bild:

Asien läuft stark.
Japan macht neue Hochs.
Taiwan beschleunigt.

Kapital sucht gezielt Exposure. Und es sucht es dort, wo Wachstum + Pricing Power zusammenkommen.

In den USA zeigt sich das sehr klar:

Einzelne Sektoren laufen extrem stark. Mein Favorit seit letztem Jahr, Industrials, angeführt von Caterpillar.

Während andere Bereiche einfach mitlaufen oder zurückbleiben.

Das ist wichtig zu verstehen:

Der Markt ist nicht „stark“.
Er ist punktuell stark.

Und genau hier liegt der größte Fehler vieler:

Sie denken in einfachen Richtungen. Bullisch oder bärisch.

Die Realität ist komplexer.

Wir haben gleichzeitig:

Einen schwachen Dollar
Steigende Renditen
Steigende Rohstoffe
Selektive Stärke in Aktien

Das wirkt widersprüchlich – ist es aber nicht.

Es ist ein System, das gleichzeitig auf mehreren Ebenen läuft. Und wenn du nur eine davon siehst, wirst du falsche Entscheidungen treffen.

Was bedeutet das für uns?

Nicht alles auf eine Karte setzen. Nicht versuchen, den einen großen Move zu erwischen.

Sondern:

Verstehen, wo das Kapital hinfließt. Verstehen, was gerade funktioniert. Und sich darauf ausrichten.

Der Markt gibt aktuell keine einfachen Antworten. Aber er gibt klare Signale.

Man muss sie nur richtig lesen.

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