Die US-Regierung intensiviert laut Wall Street Journal (WSJ) die Vorbereitungen für mögliche Maßnahmen gegen den Iran. US-Präsident Donald Trump soll am Dienstag von hochrangigen Regierungsvertretern über konkrete Handlungsoptionen informiert werden.
Dabei geht es um ein breites Spektrum möglicher Schritte – von Sanktionen über Cyberoperationen bis hin zu militärischen Maßnahmen. Nach Angaben aus Regierungskreisen handelt es sich zunächst um eine ergebnisoffene Lagebesprechung, nicht um eine finale Entscheidungsrunde. Die Diskussionen befinden sich noch in einem frühen Stadium.
Welche Optionen auf dem Tisch liegen
Zu den Maßnahmen, die vorbereitet und geprüft werden, zählen laut WSJ:
- Verschärfung wirtschaftlicher Sanktionen gegen das Regime,
- Einsatz geheimer Cyberfähigkeiten gegen militärische und zivile Ziele,
- Unterstützung oppositioneller Informationskanäle,
- sowie gezielte militärische Optionen.
An dem Treffen sollen unter anderem Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth sowie der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff Dan Caine teilnehmen.
Militärisch bislang keine Vorbereitung
Wichtig für die Markt- und Risikoeinordnung:
Bislang gibt es keine Anzeichen für konkrete militärische Vorbereitungen. Das Pentagon hat keine zusätzlichen Truppen verlegt. Die USA verfügen derzeit über keinen Flugzeugträger im Nahen Osten oder in Europa, nachdem die USS Gerald R. Ford aus dem Mittelmeerraum abgezogen wurde.
Ein militärisches Vorgehen würde zunächst eine umfassende Umpositionierung von US-Assets erfordern – sowohl für offensive Operationen als auch zum Schutz amerikanischer Stützpunkte in der Region.
Sorge vor Eskalation – und Propagandaeffekten
Innerhalb der US-Regierung gibt es laut WSJ erhebliche Bedenken vor einer Eskalation. Insbesondere wird diskutiert, dass ein Eingreifen im Namen der Demonstranten der iranischen Führung helfen könnte, die Proteste als von außen gesteuert darzustellen.
Zugleich besteht die Sorge, dass rein symbolische Maßnahmen, die das Regime zwar treffen, aber nicht substanziell schwächen, die Erwartungen der Protestbewegung enttäuschen könnten.
Hintergrund: Proteste und verschärfte Rhetorik
Die aktuellen Überlegungen folgen auf landesweite Proteste im Iran, die vor rund zwei Wochen begannen und sich von wirtschaftlichen Beschwerden zu einer offenen Revolte gegen das Regime ausgeweitet haben. Die iranische Führung reagiert mit massiver Repression.
Trump hat seine Rhetorik zuletzt deutlich verschärft und öffentlich erklärt, die USA seien „locked and loaded“, falls Demonstranten getötet würden. Gleichzeitig betonte Vizepräsident JD Vance, dass der Iran weiterhin die Möglichkeit habe, über sein Nuklearprogramm zu verhandeln – ein Signal, dass diplomatische Optionen formal offen bleiben.
Region bereits angespannt
Die Diskussionen fallen in eine Phase erhöhter Spannungen im Nahen Osten. Erst kürzlich führten die USA umfangreiche Luftschläge in Syrien gegen IS-Ziele durch. Zudem hatte Trump im vergangenen Jahr bereits B-2-Bomberangriffe auf iranische Nuklearanlagen genehmigt – der zweite direkte militärische Schlag gegen den Iran während seiner Präsidentschaft.
Fazit
Die Berichte des WSJ deuten auf eine deutliche Verschärfung der strategischen Planung, nicht jedoch auf eine unmittelbar bevorstehende Entscheidung hin. Für Märkte und geopolitische Risikomodelle bleibt entscheidend:
- Die Bandbreite der Optionen ist groß,
- die militärische Schwelle bislang jedoch nicht überschritten,
- und die Gefahr einer regionalen Eskalation bleibt hoch.
Kurzfristig handelt es sich weniger um ein akutes Ereignis als um eine graduelle Eskalation der Drohkulisse – mit potenziell erheblicher Bedeutung für Energie-, Risiko- und Volatilitätsmärkte.
Quelle: Wall Street Journal (WSJ)












