US Pre Market – 16.03.2026

March 16, 2026

Die US-Futures starten freundlich in den Tag.

Der S&P-Future liegt rund 1,0 % im Plus, der Nasdaq-Future steigt um 1,2 %, der Dow-Future um 0,8 % und der Russell 2000 Future gewinnt etwa 1,3 %.

Das zeigt:
Trotz der geopolitischen Risiken ist die Marktstimmung zum Wochenstart zunächst konstruktiv.

Worauf der Markt heute schaut

Heute stehen vor allem drei Themen im Mittelpunkt.

Erstens: Geopolitik.
Die europäischen Außenminister sprechen über den Krieg in der Ukraine und die Lage im Nahen Osten. Ein zentrales Thema ist dabei der Schutz von Schifffahrtsrouten, insbesondere rund um die Straße von Hormus.

Zweitens: US-China-Gespräche.
Die hochrangigen Treffen zwischen amerikanischen und chinesischen Vertretern gehen weiter. Themen sind unter anderem Landwirtschaft, kritische Mineralien, Boeing, US-Energieexporte sowie mögliche neue Mechanismen für Handel und Investitionen.

Drittens: Tech und Nvidia.
Heute beginnt die Nvidia GTC, und CEO Jensen Huang hält seine Keynote. Das ist für den gesamten AI- und Halbleitersektor wichtig, weil der Markt genau darauf achtet, ob neue Impulse für die nächste KI-Infrastrukturwelle gesetzt werden.

Makroseitig ist der Kalender heute noch relativ dünn.
Aus den USA kommt der NAHB Housing Market Index, der leicht höher erwartet wird.

Großes Wochenthema

Diese Woche ist makroseitig enorm wichtig.

Der Markt wartet auf Entscheidungen von:

FOMC, Bank of Japan, Bank of England, EZB, RBA und SNB.

Dazu kommen Unternehmensereignisse wie die Nvidia GTC sowie Quartalszahlen unter anderem von Micron, FedEx und Alibaba.

Das ist also eine Woche, in der Zentralbanken, Geopolitik und Technologie gleichzeitig auf die Märkte wirken.

Iran und Öl

Das größte geopolitische Thema bleibt der Konflikt mit Iran.

Das Weiße Haus geht inzwischen davon aus, dass der Krieg vier bis sechs Wochen dauern könnte.
Trump sagte am Wochenende, Iran sei grundsätzlich zu einem Deal bereit, wolle aber bessere Bedingungen.
Aus Teheran hieß es dagegen, man suche weder Gespräche noch einen Waffenstillstand.

Besonders wichtig ist Kharg Island.
Dort wurden iranische Militäranlagen angegriffen. Die Öl-Infrastruktur wurde zwar verschont, aber Trump hat klar gemacht, dass sie als nächstes Ziel infrage kommen könnte.

Und das ist entscheidend, weil Kharg Island rund 90 % der iranischen Rohölexporte abwickelt.

Der Markt versteht deshalb:
Noch ist nicht das maximale Energieschockszenario eingepreist, aber das Risiko bleibt real.

Zusätzlich gab es Probleme im Hafen von Fujairah in den Emiraten.
Zwischenzeitlich wurden Ölverladungen gestoppt, später aber wieder aufgenommen.

Parallel dazu arbeitet die US-Regierung offenbar an einer internationalen Koalition zum Schutz von Schiffen in der Straße von Hormus.

Ölmarkt und Energieversorgung

Die IEA hat eine koordinierte Freigabe von Notfallreserven angekündigt, insgesamt knapp 412 Millionen Barrel.

Wichtig dabei:
Die USA stellen einen Teil davon über einen Austauschmechanismus bereit, also nicht als endgültigen Verkauf. Die Käufer müssen die Barrel später zurückgeben – mit Aufschlag. Das macht die Sache operativ komplizierter.

Gleichzeitig warnen große US-Energiekonzerne wie Exxon, Chevron und ConocoPhillips, dass sich die Energiekrise weiter verschärfen könnte, wenn die Störungen in der Region anhalten.

Auch international sieht man bereits Folgen:

Sinopec senkt die Raffinerieauslastung.
TotalEnergies fährt Produktion in Teilen des Nahen Ostens zurück.
Aluminium Bahrain reduziert Output wegen Rohstoff- und Logistikproblemen.

Handel und China

Trump macht beim Thema Zölle weiter Druck und betont, dass er auch alternative Wege habe, neue Zölle zu verhängen.

Bei den US-China-Gesprächen war der Ton laut Berichten relativ stabil.
Diskutiert wurden Agrarkäufe, kritische Mineralien, Boeing-Flugzeuge, Energieimporte und mögliche Investitionsmechanismen.

China soll Offenheit für zusätzliche Käufe von US-Agrarprodukten signalisiert haben.
Gleichzeitig bleibt politischer Druck bestehen, weil Trump eine mögliche China-Reise mit der Frage verknüpft, ob Peking bei der Öffnung der Straße von Hormus hilft.

Tech-Sektor

Im Tech-Bereich bleibt der Fokus ganz klar auf AI.

Die US-Regierung hat eine geplante Exportregel für AI-Chips zurückgezogen. Das ist potenziell positiv für den Sektor, weil es regulatorischen Druck etwas reduziert.

Foxconn meldete zwar einen Gewinnrückgang, stellte aber gleichzeitig starkes Wachstum durch AI-Server in Aussicht.

Micron plant eine zweite Fabrik in Taiwan, um DRAM- und HBM-Produktion für die AI-Nachfrage auszubauen.

Nebius und Meta haben einen großen AI-Infrastrukturdeal über bis zu 27 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Das zeigt, wie aggressiv der Ausbau von Rechenkapazitäten weiterläuft.

Bei Meta gab es gleichzeitig Berichte über mögliche größere Entlassungen, die aber teils wieder dementiert wurden.

Unternehmensnachrichten – wichtige Einzelwerte

Intuit beschleunigt Aktienrückkäufe und stoppt geplante Insider-Verkäufe, um die Aktie zu stützen.

Strategy, also das frühere MicroStrategy, hat erneut massiv Bitcoin gekauft.

Rocket Companies wurde hochgestuft.
Circle ebenfalls, mit Verweis auf Stablecoin-Wachstum und strukturelle Treiber.

Ford kündigt Aktienrückkäufe an.
Tesla steht im Fokus wegen des geplanten Starts des Terafab Projects in dieser Woche.

Alibaba plant offenbar einen neuen agentischen KI-Service für Unternehmen und will den Fokus stärker auf die Monetarisierung von KI legen.

JD.com expandiert nach Großbritannien und andere europäische Länder.

Consumer und M&A

Im Immobilienbereich gibt es einen großen Deal:

Public Storage kauft National Storage Affiliates in einer All-Stock-Transaktion mit einem Unternehmenswert von 10,5 Milliarden US-Dollar.

Im Casino-Sektor gibt es Übernahmefantasie bei Caesars Entertainment.
Laut CNBC gab es Gespräche über ein mögliches Angebot.

Amazon soll Lazard engagiert haben, um eine mögliche Übernahme von Saks Global zu prüfen.

Financials und Kreditmarkt

Bei JPMorgan steigen die Ausfallraten leicht, gleichzeitig bereitet die Bank große Emissionen im High-Yield- und Leveraged-Loan-Markt vor.

Interessant ist auch der Kommentar aus dem Private-Credit-Bereich:
Ein Apollo-Manager warnte vor Arroganz in privaten Märkten und deutete an, dass bei schwächeren Kreditnehmern im Stressfall sehr niedrige Recovery Rates möglich wären.

Das ist wichtig, weil der Markt weiter versucht zu verstehen, wo versteckte Kreditrisiken liegen.

Healthcare

Novo Nordisk steht im Blick, weil in Indien ein wichtiges Patent auf Semaglutid ausläuft. Das könnte dort deutlich günstigere Nachahmerprodukte ermöglichen.

Johnson & Johnson, AstraZeneca, Eli Lilly und Novartis melden dagegen eher konstruktive Unternehmensnachrichten – von Studiendaten bis zu Aktienrückkäufen.

Fazit

Der Markt startet freundlich, aber das Umfeld bleibt extrem sensibel.

Die drei großen Treiber heute sind:

erstens Geopolitik und Öl,
zweitens die US-China-Gespräche,
und drittens der Tech-Komplex rund um Nvidia und AI-Investitionen.

Das bedeutet:
Die Futures sehen gut aus, aber die Woche bleibt ein Headline-getriebenes Umfeld, in dem sich Stimmung schnell drehen kann.

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