Die Märkte starten in eine Woche, die von zwei großen Themen geprägt ist: dem eskalierenden Konflikt im Nahen Osten und einer ungewöhnlich dichten Reihe an Zentralbankentscheidungen.
Im Mittelpunkt steht weiterhin der Iran-Konflikt. US-Präsident Trump erklärte, er habe Angriffe auf militärische Ziele auf der iranischen Insel Kharg angeordnet. Diese Insel ist der zentrale Exportknotenpunkt für iranisches Öl. Laut Trump seien sämtliche militärischen Ziele zerstört worden, während die eigentliche Ölinfrastruktur bewusst verschont blieb. Gleichzeitig machte er deutlich, dass sich das ändern könne, falls Iran den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus beeinträchtigt.
Die Lage rund um die Straße von Hormus bleibt damit der entscheidende geopolitische Risikofaktor für die globalen Märkte. Die USA arbeiten derzeit an einer internationalen Koalition, die Handelsschiffe durch die Meerenge eskortieren soll. Eine entsprechende Initiative könnte bereits in dieser Woche angekündigt werden. Trump forderte zudem NATO-Partner auf, sich stärker zu beteiligen, und warnte, das Bündnis stehe vor einer „sehr schlechten Zukunft“, falls Verbündete keine Unterstützung leisten.
Interessant ist auch der diplomatische Druck auf China. Trump erwartet laut Berichten, dass China bei der Wiederöffnung der Straße von Hormus hilft. Andernfalls könnte ein geplantes Treffen mit Präsident Xi in Peking verschoben werden.
Parallel dazu eskaliert der Konflikt militärisch weiter. Israel erklärte, man habe noch tausende mögliche Ziele im Iran identifiziert. Gleichzeitig drohte die iranische Revolutionsgarde damit, US-Banken und Unternehmen in der Golfregion anzugreifen, falls iranische Energieinfrastruktur beschädigt werde. Zudem wurden mehrere Drohnenangriffe in der Region gemeldet. Saudi-Arabien fing nach eigenen Angaben innerhalb einer Stunde 34 Drohnen ab, während Dubai vorübergehend den Flugverkehr stoppte, nachdem eine Drohne nahe dem Flughafen eingeschlagen war.
Aus Sicht der Energiemärkte bleibt damit klar: Das Risiko einer Störung des Ölhandels im Persischen Golf ist hoch. Rohöl schwankte entsprechend stark und bewegte sich zuletzt wieder um die Marke von 100 Dollar pro Barrel.
An den Aktienmärkten führte die geopolitische Unsicherheit am Freitag zu weiteren Verlusten in den USA. Der S&P 500 verlor rund 0,6 %, der Nasdaq ebenfalls etwa 0,6 %. Defensive Sektoren wie Versorger und Konsumgüter entwickelten sich relativ besser, während Technologie- und Kommunikationswerte unter Druck standen. Gleichzeitig profitierten Energieaktien von den steigenden Ölpreisen.
In Asien zeigte sich zu Wochenbeginn ein gemischtes Bild. Die meisten Börsen gaben nach, da Investoren vorsichtig in eine Woche mit mehreren wichtigen Zentralbankentscheidungen starten. Die Reserve Bank of Australia begann ihre zweitägige Sitzung, während in den kommenden Tagen auch Entscheidungen der Federal Reserve, der Bank of Japan, der Bank of England, der Europäischen Zentralbank und der Schweizer Nationalbank erwartet werden.
Am Devisenmarkt legte der US-Dollar zuletzt eine Pause ein, nachdem er zuvor wieder über die Marke von 100 Punkten im Dollarindex gestiegen war. Der Euro konnte sich leicht von einem Sieben-Monats-Tief erholen, bleibt aber unterhalb von 1,15 Dollar.
Am Anleihemarkt handeln US-Staatsanleihen stabil, während Investoren auf die bevorstehenden Zentralbankentscheidungen warten. Die Renditen bewegten sich zuletzt in einer relativ engen Handelsspanne.
Auf der Rohstoffseite bleiben Energiepreise das zentrale Thema. Neben dem Iran-Konflikt versuchen internationale Organisationen, den Markt zu stabilisieren. Die Internationale Energieagentur hat eine Notfallfreigabe von Ölreserven beschlossen, während Kanada zusätzliche Lieferungen angekündigt hat. Gleichzeitig erklärte das US-Energieministerium, dass eine spürbare Entlastung bei Benzinpreisen noch mehrere Wochen dauern könnte.
Neben Geopolitik und Energie rücken auch Wirtschaftsdaten in den Fokus. In dieser Woche stehen unter anderem US-Industrieproduktionszahlen sowie die kanadische Inflationsrate auf dem Kalender. Zusätzlich werden Aussagen von NVIDIA-CEO Jensen Huang erwartet, die für den Technologiesektor relevant sein könnten.
Kurz zusammengefasst:
Die Märkte befinden sich aktuell in einer Phase, in der geopolitische Risiken und Energiepreise den Ton angeben. Die Entwicklung rund um die Straße von Hormus bleibt der entscheidende Faktor für Rohöl, Inflationserwartungen und damit auch für die globalen Finanzmärkte.





