Morning Briefing Europa 12.05.2026

May 12, 2026

Märkte & Makro

Die globalen Märkte starten mit erhöhter Nervosität in den Tag. Haupttreiber bleiben die geopolitischen Spannungen rund um Iran sowie die anstehenden US-Inflationsdaten. Die US-Futures handelten über Nacht schwächer, während europäische Futures ebenfalls auf einen negativen Handelsstart hindeuten.

Der S&P 500 und der Nasdaq markierten zwar erneut Allzeithochs, allerdings wurde die Rally zunehmend von wenigen Bereichen getragen – insbesondere Halbleitern, Energie und Rohstoffen. Gleichzeitig steigen Ölpreise und Renditen weiter, was die Marktbreite limitiert.

US-Indizes

  • S&P 500: +0,18% auf 7.412
  • Nasdaq 100: +0,29% auf 29.321
  • Dow Jones: +0,19%
  • Russell 2000: +0,39%

Die Marktstruktur bleibt weiterhin typisch für ein reflationäres Umfeld:

  • Energie stark
  • Rohstoffe stark
  • Tech selektiv stark
  • Bonds unter Druck
  • USD stabilisiert sich kurzfristig

Iran-Konflikt eskaliert weiter

US-Präsident Trump erklärte erneut, dass der aktuelle iranische Vorschlag „inakzeptabel“ sei. Gleichzeitig bezeichnete er den Waffenstillstand als „extrem schwach“ und „nur noch künstlich am Leben gehalten“. Trotzdem betonte er, dass eine diplomatische Lösung weiterhin möglich sei.

Laut Axios diskutierte Trump mit seinem nationalen Sicherheitsteam bereits mögliche neue Militärschläge gegen Iran. Mehrere US-Offizielle erklärten, dass militärischer Druck wieder ernsthaft auf dem Tisch liege. Gleichzeitig scheint Washington aber bis nach dem Trump-Xi-Treffen in China keine endgültige Entscheidung treffen zu wollen.

Iran wiederum machte klar:

  • Urananreicherung sei nicht verhandelbar
  • Nuklearmaterial werde das Land nicht verlassen
  • Die Streitkräfte seien auf alle Szenarien vorbereitet

Besonders relevant für die Märkte:
Die Straße von Hormus bleibt das zentrale Risiko für den Energiemarkt. Iran kritisierte US-Pläne zur Kontrolle der Passage scharf und sprach von einem „einseitigen Ansatz“.

Ölmarkt bleibt unter Druck nach oben

Öl setzte seinen Anstieg fort, da die Märkte eine mögliche Eskalation im Nahen Osten einpreisen.

Die USA reagierten bereits:

  • Weitere 53,3 Mio. Barrel wurden aus der Strategic Petroleum Reserve freigegeben
  • Diskussionen über eine temporäre Aussetzung der Benzinsteuer laufen in Washington

Trotzdem bleibt der Markt angespannt:

  • Hormus-Risiko
  • mögliche Militärschläge
  • geopolitische Angebotsängste

Das hält den Inflationsdruck hoch und belastet insbesondere Duration.

Zentralbanken & Zinsen

Heute liegt der Fokus klar auf den US-Inflationsdaten.

Zusätzlich sprechen:

  • Fed Williams
  • Fed Goolsbee
  • BoC Macklem
  • ECB Elderson

In Japan wurden die hawkishen Töne der BoJ deutlicher:
Mehrere Mitglieder signalisierten, dass weitere Zinserhöhungen notwendig sein könnten – möglicherweise bereits ab der nächsten Sitzung. Besonders auffällig: Die BoJ verweist explizit auf steigende Inflationsrisiken durch den Nahostkonflikt und höhere Energiepreise.

Die Bondmärkte reagierten entsprechend:

  • US-Treasuries schwächer
  • Bund-Futures schwächer
  • JGBs weiter unter Druck

Währungen

Der US-Dollar konnte sich stabilisieren:

  • unterstützt durch höhere Renditen
  • geopolitische Unsicherheit
  • vorsichtige Risikoaversion

FX-Überblick

  • EUR/USD weiter um 1,17
  • GBP/USD unter 1,36
  • USD/JPY wieder über 157

Das Pfund bleibt zusätzlich politisch belastet:
In Großbritannien wächst der Druck auf Premierminister Starmer massiv. Mehrere Kabinettsmitglieder sollen intern bereits seinen Rücktritt vorbereitet haben.

China & Handel

Das Trump-Xi-Treffen am Donnerstag bleibt das wichtigste geopolitische Event der Woche.

Themen:

  • Taiwan
  • Energie
  • Iran
  • Handel
  • strategische Rohstoffe

Trump sprach zuletzt erneut von einer „großartigen Beziehung“ zu Xi Jinping und erklärte, dass „große Dinge“ für beide Länder passieren würden.

Parallel dazu:

  • neue US-Sanktionen gegen iranische Öltransporte
  • Diskussionen über weitere Zölle
  • Gesetzesinitiative gegen chinesische Fahrzeuge in den USA

Krypto

Bitcoin handelte schwächer und fiel zeitweise unter 81.000 USD.

Die Kombination aus:

  • steigenden Renditen
  • stärkerem Dollar
  • geopolitischer Unsicherheit

führte kurzfristig zu Gewinnmitnahmen im Krypto-Sektor.

Wichtige Daten heute

  • US CPI Inflation (April)
  • ZEW Deutschland
  • ADP Employment
  • EIA STEO
  • Treffen der EU-Energieminister

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