Morning Briefing Europa 12.03.2026

March 12, 2026

Die asiatischen Aktienmärkte gaben nach, da steigende Ölpreise die Marktstimmung belasteten und neue Inflationssorgen auslösten. Die Ankündigung einer rekordgroßen gemeinsamen Freigabe strategischer Ölreserven konnte die Energiepreise nicht nachhaltig drücken. Marktteilnehmer verweisen auf die voraussichtlich langsame Auslieferung der Reserven sowie auf anhaltende Störungen im Nahen Osten durch die laufenden militärischen Auseinandersetzungen.

US-Präsident Trump erklärte, dass die USA die iranische Marine sowie Minenleger ausgeschaltet hätten und betonte zugleich, dass die USA den Einsatz nicht vorzeitig beenden würden.

Zusätzlich warnte das FBI Polizeibehörden in Kalifornien, dass Iran möglicherweise Vergeltungsmaßnahmen plane und Drohnenangriffe auf Ziele an der US-Westküste in Betracht ziehe.

Die Ölpreise reagierten deutlich: Rohöl-Futures stiegen um rund sieben Prozent, obwohl die Internationale Energieagentur eine koordinierte Freigabe von 400 Millionen Barrel aus strategischen Reserven angekündigt hat. Viele Marktteilnehmer sehen diese Maßnahme lediglich als kurzfristige Stabilisierung eines strukturellen Angebotsschocks.

Für Europa deutet sich ebenfalls ein schwächerer Handelsstart an. Die Futures auf den Euro Stoxx 50 liegen rund 0,9 % im Minus, nachdem der Index am Mittwoch bereits um 0,7 % gefallen war.

Im weiteren Tagesverlauf richten sich die Blicke der Märkte auf mehrere wichtige Datenveröffentlichungen, darunter die schwedische CPIF-Inflation für Februar, die Handelsbilanzen aus Kanada und den USA, die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die US-Baubeginne sowie die Aktualisierung des Atlanta-Fed-GDP-Modells. Zudem wird der monatliche Ölmarktbericht der IEA veröffentlicht. Auf der geldpolitischen Seite sprechen unter anderem Bank-of-England-Gouverneur Bailey sowie Fed-Direktorin Bowman. Darüber hinaus stehen Staatsanleihe-Emissionen aus Italien, Großbritannien und den USA sowie Quartalszahlen von Adobe im Fokus.

Iran-Konflikt bleibt zentraler geopolitischer Risikofaktor

US-Präsident Trump erklärte, dass das US-Militär Iran weiterhin massiv angreife und kündigte an, dass die Operationen fortgesetzt würden. Gleichzeitig betonte er, dass die USA nicht nur gegen Iran, sondern auch gegen die libanesische Hisbollah vorgehen müssten.

Trump erklärte außerdem, dass die iranische Marine sowie Minenleger bereits ausgeschaltet worden seien und dass die USA den Konflikt nicht vorzeitig beenden würden, da man den Einsatz „zu Ende führen“ wolle.

US-Beamte erklärten, Iran habe möglicherweise Minen in der Straße von Hormus verlegt. Das Institute for the Study of War schätzt die Zahl auf rund zehn Minen. Gleichzeitig berichtete das Joint Maritime Information Center jedoch, dass es bislang keine bestätigten Beweise für Minen im Seeweg gebe.

Das FBI warnte parallel Polizeibehörden in Kalifornien, dass Iran mögliche Drohnenangriffe gegen die US-Westküste vorbereiten könnte.

Israel meldete unterdessen eine großangelegte Angriffswelle auf Ziele in Teheran.

Ein israelischer Verteidigungsbeamter erklärte zudem, dass Iran und die libanesische Hisbollah erstmals seit Beginn des Krieges einen koordinierten Raketenangriff auf Nordisrael durchgeführt hätten. Laut israelischen Angaben könnten die nächsten 24 Stunden entscheidend dafür sein, ob sich der Konflikt auch auf den Libanon ausweitet.

Irans Präsident Pezeshkian erklärte, ein Ende des Krieges sei nur möglich, wenn Irans legitime Rechte anerkannt würden, Reparationen gezahlt würden und internationale Garantien gegen zukünftige Angriffe gegeben würden.

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten zudem, sie hätten die 40. Angriffswelle gestartet und mehrere Raketentypen auf Ziele in Tel Aviv, Jerusalem und Haifa abgefeuert.

Weitere Risiken ergeben sich aus möglichen regionalen Eskalationen. Laut iranischen Quellen seien auch mit Iran verbündete Gruppen, darunter Kräfte im Jemen, bereit, in den Konflikt einzutreten. Eine solche Eskalation könnte auch die strategisch wichtige Bab-al-Mandab-Straße gefährden und damit den Verkehr Richtung Suezkanal beeinträchtigen.

Gleichzeitig kam es zu Angriffen auf Energieinfrastruktur: Explosiv beladene Boote trafen zwei Tanker in irakischen Gewässern, woraufhin Iraks Ölterminals ihre Operationen vollständig einstellen mussten.

Iran erklärte zwischenzeitlich, indischen Tankern die Passage durch die Straße von Hormus zu erlauben – eine Aussage, die später jedoch von iranischen Quellen wieder dementiert wurde.

Oman begann vorsorglich mit der Evakuierung von Schiffen aus dem Ölterminal Min Al-Fahal.

Auch aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden neue iranische Raketen- und Drohnenangriffe gemeldet. Ein Containerschiff wurde rund 35 Seemeilen nördlich von Jebel Ali von einem unbekannten Projektil getroffen, wodurch ein kleiner Brand entstand. Die Besatzung blieb unverletzt.

Bahrain meldete zudem einen Angriff auf seine Treibstofflager.

In Kuwait wurden Luftsirenen ausgelöst, während Bewohner in Katar Warnmeldungen auf ihren Mobiltelefonen wegen einer möglichen Raketenbedrohung erhielten.

Diplomatische Bemühungen laufen parallel weiter: Oman, Ägypten und die Türkei versuchen derzeit, Gespräche zwischen Washington und Teheran zu vermitteln. US-Beamte erklärten jedoch, dass kurzfristig kein Ende des Konflikts erwartet werde.

US-Märkte: Ölpreise und Renditen begrenzen Erholung

An der Wall Street schlossen die Aktienmärkte leicht schwächer. Die steigenden Ölpreise begrenzten jede Erholung nach dem Abverkauf am Dienstag.

Der S&P 500 verlor 0,08 % auf 6.776 Punkte, der Dow Jones fiel um 0,61 % auf 47.417 Punkte, während der Nasdaq nahezu unverändert blieb.

Die steigenden Energiepreise trieben gleichzeitig die Renditen entlang der gesamten US-Zinskurve nach oben. Zusätzlich sorgten Händlerpositionierungen im Vorfeld der Auktion zehnjähriger US-Staatsanleihen für Druck auf Treasuries, nachdem die Auktion dreijähriger Anleihen zu Wochenbeginn schwach ausgefallen war.

Auch die jüngsten Inflationsdaten spielten eine Rolle: Zwar lagen die Verbraucherpreise insgesamt im Rahmen der Erwartungen, einige Komponenten des für die Fed wichtigen PCE-Index fielen jedoch etwas höher aus und verstärkten den Druck auf Staatsanleihen.

Handelspolitik: USA prüfen neue Zölle

Der US-Handelsbeauftragte Greer kündigte an, eine Section-301-Untersuchung gegen 16 Handelspartner einzuleiten, darunter China, die EU, Mexiko, Vietnam, Indien und Japan. Die Untersuchung könnte zu neuen Zöllen oder anderen handelspolitischen Maßnahmen führen.

Gleichzeitig versuchte US-Finanzminister Bessent, europäische Partner zu beruhigen. In Gesprächen mit EU-Handelskommissar Šefčovič bestätigte er, dass Washington weiterhin am bestehenden Handelsabkommen mit der EU festhalten wolle.

US-Präsident Trump kritisierte außerdem die politische Führung Spaniens und wiederholte seine Drohung, Handelsbeziehungen einzuschränken.

Devisenmarkt: Dollar profitiert von geopolitischer Unsicherheit

Der US-Dollar legte zu und profitierte von einer klassischen Safe-Haven-Nachfrage. Steigende Ölpreise und Inflationssorgen führten zudem dazu, dass die Märkte ihre Erwartungen an Zinssenkungen der Federal Reserve weiter zurücknahmen.

Aktuell preisen die Geldmärkte nur noch eine vollständige Zinssenkung in diesem Jahr ein – und diese erst im Dezember.

Der Euro blieb entsprechend unter Druck, auch wegen möglicher wirtschaftlicher Folgen steigender Energiepreise für Europa.

Das britische Pfund fiel unter die Marke von 1,34 USD, belastet durch die allgemeine Risikoaversion sowie schwache Daten vom britischen Immobilienmarkt.

Der Dollar gegenüber dem Yen stieg erneut und näherte sich der Marke von 159 Yen, unterstützt durch höhere US-Renditen und steigende Energiepreise, die Japans Importkosten erhöhen.

Anleihemärkte

US-Staatsanleihen standen weiter unter Druck. Die Futures auf zehnjährige Treasuries gaben nach, während die Renditen entlang der gesamten Kurve anstiegen.

Auch deutsche Bundesanleihen gerieten unter Druck. Bund-Futures fielen unter die Marke von 126 Punkten, nachdem der Markt bereits am Vortag deutlich nachgegeben hatte.

In Japan blieb die Nachfrage nach Staatsanleihen ebenfalls schwach. Notenbankchef Ueda erklärte, dass Wechselkursbewegungen inzwischen stärkere Auswirkungen auf Preise und Inflationserwartungen hätten als in der Vergangenheit.

Rohstoffe

Am Rohstoffmarkt bleibt Öl der zentrale Treiber. Trotz der geplanten Freigabe strategischer Reserven stiegen die Preise weiter, da Marktteilnehmer weiterhin Angebotsrisiken durch den Konflikt im Nahen Osten sehen.

Die USA werden 172 Millionen Barrel aus ihrer strategischen Reserve freigeben. Die Lieferung soll kommende Woche beginnen und sich über rund 120 Tage erstrecken.

Parallel dazu versucht die US-Regierung, Energieunternehmen zu einer Ausweitung der Produktion zu bewegen. Auch Kanada prüft zusätzliche Maßnahmen zur Erhöhung der Fördermengen.

China sorgte ebenfalls für Bewegung am Energiemarkt und kündigte ein sofortiges Exportverbot für Benzin, Diesel und Flugtreibstoff an.

Gold gab dagegen nach. Der stärkere US-Dollar sowie steigende Renditen dämpften die Nachfrage nach dem Edelmetall.

Auch Industriemetalle wie Kupfer gerieten unter Druck, da die Risikoaversion an den Märkten zunahm.

Kryptomarkt

Bitcoin setzte seine jüngste Schwäche fort und fiel unter die Marke von 70.000 USD.

Weitere geopolitische Entwicklungen

Im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg traf sich der russische Sondergesandte Dmitriev mit Mitgliedern der US-Regierung in Florida.

Die G7-Staaten bekräftigten gleichzeitig ihre Entschlossenheit, die Sanktionen gegen Russland fortzusetzen und eine engere Koordination mit den Golfstaaten aufzubauen, um die wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts abzufedern.

Europa

Die Europäische Union warnte, dass der Konflikt im Nahen Osten die Inflation in der Eurozone wieder über 3 % treiben könnte.

Daten aus Großbritannien

Der britische Immobilienindikator RICS House Price Balance fiel im Februar auf -12 % und lag damit unter den Erwartungen von -9 %.

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