1. Geopolitik bleibt der zentrale Markttreiber
Der Konflikt rund um Iran und die Straße von Hormus bleibt das dominierende Thema an den Märkten.
US-Geheimdienste berichten, dass Iran begonnen haben könnte, Minen in der wichtigen Schifffahrtsroute der Straße von Hormus zu verlegen. Laut Berichten sollen bislang weniger als zehn Minen platziert worden sein, wobei unklar ist, ob weitere folgen.
US-Präsident Trump reagierte mit einer klaren Warnung: Sollten Minen gelegt worden sein und nicht sofort entfernt werden, drohten militärische Konsequenzen „auf einem noch nie gesehenen Niveau“. Kurz darauf erklärte das US-Militär, mehrere iranische Schiffe, darunter mutmaßliche Minenleger, zerstört zu haben.
Parallel eskaliert der Konflikt regional weiter:
- Iranische Revolutionsgarden meldeten massive Raketenangriffe auf US-Basen im Irak und in Bahrain sowie Ziele in Israel.
- Israel führte erneut schwere Luftangriffe auf Infrastruktur in Teheran durch.
- Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten abgefangene Drohnen und Raketen.
- Ein Frachtschiff wurde in der Straße von Hormus von einem unbekannten Projektil getroffen und geriet in Brand.
Die Straße von Hormus bleibt damit ein potenzieller globaler Energie-Flaschenhals – rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft durch diese Route.
2. Aktienmärkte: Stabilisierung trotz geopolitischer Risiken
Trotz der geopolitischen Spannungen handelten die asiatischen Aktienmärkte überwiegend fester. Der Rückgang der Ölpreise half den Märkten, die schwache Vorgabe aus den USA zu ignorieren.
- Nikkei 225 legte deutlich zu, unterstützt durch fallende Energiepreise und überraschend schwache Produzentenpreise in Japan.
- ASX 200 stieg ebenfalls, angeführt von Rohstoff- und Finanzwerten.
- Hang Seng und Shanghai blieben dagegen zurückhaltend, da politische Spannungen zwischen den USA und China im Vorfeld eines möglichen Trump-Xi-Treffens zunehmen.
In den USA schlossen die großen Indizes am Vortag leicht im Minus:
- S&P 500: −0,21 %
- Nasdaq 100: −0,04 %
- Dow Jones: −0,07 %
Die Märkte reagierten dabei stark auf widersprüchliche Nachrichten zum Iran-Konflikt und zur Situation in der Straße von Hormus.
3. Ölmarkt: Volatilität bleibt hoch
Der Ölmarkt bleibt extrem schwankungsanfällig.
Zunächst gerieten die Preise unter Druck, nachdem berichtet wurde, dass die Internationale Energieagentur (IEA) eine mögliche größte Freigabe strategischer Ölreserven der Geschichte diskutiert. Ziel wäre es, die Preise zu stabilisieren und mögliche Angebotsausfälle zu kompensieren.
Eine endgültige Entscheidung wurde jedoch noch nicht getroffen. Die beteiligten Länder sollen heute darüber entscheiden.
Zwischenzeitlich stützten Berichte über mögliche iranische Minen in der Straße von Hormus die Preise wieder.
Zusätzliche Unterstützung kam von US-Lagerdaten:
- Rohölbestände: −1,7 Mio. Barrel (statt erwarteter +1,4 Mio.)
4. Währungen
Der Dollar bewegte sich weiterhin in einer volatilen, aber insgesamt stabilen Spanne.
- EUR/USD hält sich oberhalb von 1,16.
- USD/JPY stieg über 158, da der Yen mit der Rallye japanischer Aktien schwächer wurde.
- AUD/USD profitierte von steigenden Zinserwartungen für Australien.
Die Märkte preisen inzwischen eine 76-prozentige Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der australischen Notenbank bei der kommenden Sitzung ein.
5. Anleihen
Die US-Staatsanleihemärkte handeln weiterhin richtungslos.
Die Kursentwicklung wird derzeit stark durch zwei Faktoren bestimmt:
- geopolitische Nachrichten
- Bewegungen im Ölpreis
Zusätzlich belasteten schwache Nachfrage bei einer US-3-jährigen Auktion sowie hohe Unternehmensanleiheemissionen, unter anderem von Amazon, Salesforce und Honeywell.
6. Rohstoffe
- Gold stabilisierte sich wieder über 5.200 USD je Unze und profitiert weiterhin von geopolitischen Risiken.
- Kupfer handelt seitwärts, da Unsicherheit über die globale Nachfrage anhält.
- Bitcoin schwankt weiterhin um die Marke von 70.000 USD.
7. Wichtige Termine heute
Heute richtet sich der Fokus vor allem auf Inflationsdaten:
- US CPI (Februar)
- Deutscher HICP (Finale Zahlen)
- OPEC Monatsbericht
Außerdem sprechen mehrere Notenbankvertreter, darunter:
- EZB: de Guindos, Schnabel
- Bank of England: Breeden
- Fed: Bowman
Fazit
Die Märkte befinden sich aktuell in einem klassischen geopolitischen Nachrichten-Regime. Die Entwicklung des Iran-Konflikts und mögliche Störungen im Ölhandel über die Straße von Hormus bleiben der wichtigste kurzfristige Treiber für Risikoassets, Ölpreise und Inflations-Erwartungen.
Gleichzeitig rücken heute mit den US-Inflationsdaten wieder die geldpolitischen Erwartungen in den Fokus.







