Top-Themen
• Asiatisch-pazifische Aktien handelten überwiegend fester, wobei ein Teil der Gewinne nach der schwachen US-Vorlage sowie im Vorfeld des NFP-Berichts begrenzt blieb. Der Handel verlief ausgedünnt, da die japanischen Märkte aufgrund eines Feiertags geschlossen waren.
• Der ukrainische Präsident Selenskyj plant nach US-Druck Frühjahrswahlen parallel zu einem Referendum über ein mögliches Friedensabkommen.
• US-Präsident Trump erklärte, er könnte einen zweiten Flugzeugträger entsenden, sollte ein Abkommen mit Iran scheitern: „Entweder wir erzielen einen Deal oder wir müssen sehr harte Maßnahmen ergreifen wie beim letzten Mal.“
• Europäische Aktienfutures signalisieren eine ruhige Kassamarkteröffnung. Euro Stoxx 50 Futures liegen bei +0,1%, nachdem der Kassamarkt am Dienstag 0,2% schwächer schloss.
• Im Fokus heute: ECB Wage Tracker, US-Arbeitsmarktbericht (NFP), japanische Erzeugerpreise (PPI), BoC-Protokoll sowie der OPEC-Monatsbericht. Redner umfassen Cipollone und Schnabel (EZB) sowie Schmid, Bowman und Hammack (Fed). Zudem stehen Staatsanleiheauktionen aus Deutschland und den USA sowie Unternehmenszahlen u.a. von T-Mobile, McDonald’s, Siemens Energy, Commerzbank und Heineken an.
USA – Marktüberblick
US-Aktien schlossen am Dienstag überwiegend schwächer, jedoch innerhalb enger Handelsspannen. Anleger positionieren sich vor dem Arbeitsmarktbericht und den Inflationsdaten später in der Woche.
Die Konjunkturdaten enttäuschten größtenteils: Einzelhandelsumsätze fielen schwach aus, während ADP in den letzten vier Wochen lediglich durchschnittlich 6,5 Tsd. neue Stellen auswies. Auch die Beschäftigungskosten zeigten sich moderat.
Sektorenseitig entwickelten sich Versorger, Immobilien und Grundstoffe besser, während Finanz- und Kommunikationswerte hinterherhinkten. Belastend wirkte unter anderem weitere Schwäche bei Alphabet. Datadog überzeugte hingegen mit starken Zahlen (+11%) und unterstützte damit Softwaretitel.
Indizes:
SPX -0,33% | NDX -0,56% | Dow +0,10% | Russell 2000 -0,34%
Handel / Politik
• Das Weiße Haus überarbeitete das Fact Sheet zum US-Indien-Handelsabkommen: Die Passage zu Hülsenfrüchten wurde gestrichen, und eine geplante indische Kaufzusage über USD 500 Mrd. wurde von einer „Verpflichtung“ zu einer „Absicht“ abgeschwächt.
• Finanzminister Bessent bezeichnete die Beziehungen zu China als stabil, aber wettbewerbsorientiert. Ziel sei „De-Risking“ statt vollständiger Entkopplung. Gleichzeitig müsse China angesichts eines Handelsungleichgewichts von rund USD 1 Bio. strukturelle Anpassungen vornehmen.
• Ein Versuch des republikanischen Sprechers Johnson, Abstimmungen zur Rücknahme von Trump-Zöllen zu blockieren, scheiterte.
Notable Headlines
• Trump forderte, die USA sollten weltweit die niedrigsten Zinsen haben und bezeichnete die Beschäftigungszahlen trotz Stellenabbau im Staatssektor als sehr gut.
• Fed-Mitglieder Hammack und Logan signalisierten, dass die Geldpolitik nahe am neutralen Niveau liegen könnte. Zinssenkungen seien nicht zwingend erforderlich, sofern Inflation fällt und der Arbeitsmarkt stabil bleibt. Gleichzeitig bleibe Flexibilität für mögliche Zinserhöhungen bestehen.
• Das Weiße Haus kündigte einen Fokus auf Energie und Deregulierung an, einschließlich eines „Clean Beautiful Coal“-Events sowie der geplanten Abschaffung von Klimaregeln.
Asien-Pazifik
Aktien in der Region legten zu.
• Australien: Der ASX 200 outperformte, angeführt vom Finanzsektor. Die Aktien der Commonwealth Bank stiegen nach einem Gewinnanstieg im ersten Halbjahr um 5%.
• China: Hang Seng und Shanghai Composite wurden durch Liquiditätsmaßnahmen der PBoC gestützt. Das Aufwärtspotenzial blieb jedoch begrenzt, da Inflationsdaten gemischt ausfielen: CPI schwächer als erwartet, PPI weiterhin tief im deflationären Bereich.
• US-Futures: Moderat höher dank freundlicherer Asienstimmung und Positionsanpassungen vor den Payrolls.
FX
• Der Dollarindex gab im Asienhandel nach, belastet durch schwache US-Daten. Fokus liegt nun klar auf den Nonfarm Payrolls.
• EUR/USD stieg leicht über 1,19, mangels neuer Impulse aus der Eurozone.
• GBP/USD erholte sich moderat, bleibt jedoch unter dem Widerstand nahe 1,37.
• USD/JPY setzte seine Rückgänge fort, unterstützt durch Erwartungen einer früheren geldpolitischen Normalisierung in Japan.
• AUD/USD überschritt erstmals seit drei Jahren die Marke von 0,71, gestützt durch den schwächeren USD und restriktive Kommentare der RBA.
• Die PBoC setzte den USD/CNY-Mittelwert bei 6,9438 fest.
Fixed Income
• 10-jährige US-Treasury-Futures hielten sich nahe ihrer jüngsten Hochs nach schwachen Konjunkturdaten.
• Bund-Futures blieben ebenfalls fest, wobei Zurückhaltung vor deutschen Anleiheemissionen herrschte.
Commodities
• Ölpreise erholten sich leicht, nachdem zuvor ein deutlich größer als erwarteter Lageraufbau gemeldet wurde. Geopolitische Risiken bleiben ein zentraler Treiber angesichts der Spannungen zwischen den USA und Iran.
• Gold tendierte fester vor dem US-Arbeitsmarktbericht.
• Kupfer bewegte sich seitwärts, da gemischte chinesische Daten die Nachfrageperspektiven eintrübten.
• US-Rohöllagerbestände stiegen um 13,4 Mio. Barrel (Erwartung: +0,8 Mio.).
• Die EIA erwartet eine globale Ölnachfrage von 107,8 Mio. Barrel pro Tag für 2026.
• Venezuela exportierte nach der Wiederaufnahme seiner Öllieferungen erstmals Rohöl nach Israel. Zudem sondiert Syrien gemeinsam mit großen Energiekonzernen umfangreiche Gasexplorationen.
Krypto
Bitcoin gab leicht nach und fiel wieder unter die Marke von USD 68.000.
Geopolitik
Naher Osten:
Trump zeigte sich optimistisch hinsichtlich eines Deals mit Iran, schloss jedoch militärische Optionen nicht aus. Berichten zufolge prüfen die USA auch das Festsetzen iranischer Öltanker, was erhebliche Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt haben könnte. Iran hält weiterhin an seiner Position fest, Raketenprogramme nicht zur Verhandlungsmasse zu machen.
Russland / Ukraine:
Selenskyj plant Frühjahrswahlen sowie ein Referendum über ein Friedensabkommen.
Weitere Entwicklungen:
Ein chinesischer Kommentator warnte, ein möglicher US-Waffenverkauf im Umfang von USD 20 Mrd. an Taiwan könnte eine schwere Krise auslösen und zu konkreten Gegenmaßnahmen Pekings führen.










