Der Markt bleibt klar geopolitisch getrieben. Im Fokus steht weiterhin der Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Aussagen von US-Präsident Trump widersprechen Berichten über eine kurzfristige Waffenruhe – eine feste Timeline gibt es nicht. Gleichzeitig signalisiert der Iran Gesprächsbereitschaft, betont aber, dass Sanktionen, Blockaden und Drohungen die zentralen Hindernisse bleiben.
Die Lage im Straße von Hormus bleibt angespannt. US-Militär hat mehrere iranische Öltanker abgefangen, während Iran selbst Schiffe festgesetzt hat. Parallel dazu wird berichtet, dass eine vollständige Räumung möglicher Minen bis zu sechs Monate dauern könnte. Das zeigt: selbst bei einer Entspannung bleibt die strukturelle Unsicherheit bestehen.
Zusätzlich erhöht sich der militärische Druck: Ein weiterer US-Flugzeugträger wird in den Nahen Osten verlegt. Gleichzeitig gibt es Hinweise, dass etwa die Hälfte der iranischen Raketenkapazitäten weiterhin intakt ist.
Fazit Makro:
Keine klare Deeskalation. Gespräche laufen, aber gleichzeitig eskaliert die operative Realität weiter. Genau dieses Spannungsfeld hält die Risikoprämie im Markt hoch.
Aktienmärkte
US-Aktien konnten zulegen, gestützt durch die Hoffnung auf eine Fortsetzung der Gespräche und eine gewisse Stabilisierung im Sentiment. Gleichzeitig bleibt die Unsicherheit hoch, was sich in der parallelen Stärke von Öl zeigt.
Asien dagegen schwächer:
- Belastung durch steigende Ölpreise
- Gewinnmitnahmen nach starken Bewegungen
- Schwäche in Konsum- und Autosektoren
Europa wird schwächer erwartet (Euro Stoxx Futures -1.0%).
Interpretation:
Der Markt versucht nach oben zu handeln – aber ohne saubere Grundlage. Das ist kein stabiler Trend, sondern ein fragiles Gleichgewicht.
Zinsen & Inflation
Steigende Ölpreise drücken auf die Front-End-Renditen und halten Inflationsdruck im System.
- US-Kurve zuletzt eher flacher
- Bund-Futures unter Druck
- Japanische Anleihen ebenfalls schwächer
Das bestätigt: Energie bleibt der dominante Treiber für Inflationserwartungen.
Währungen (FX)
Der Dollar bewegt sich seitwärts ohne klaren Treiber.
- EUR/USD schwach unter 1.17, belastet durch schwache EU-Daten
- GBP/USD ohne Richtung, politischer Druck im UK
- JPY reagiert sensibel auf Ölbewegungen
Kein klares Makro-Signal, sondern reaktive Preisbewegungen.
Rohstoffe
Öl bleibt das zentrale Asset:
- Initial starker Anstieg, dann Abverkauf
- Kein neuer fundamentaler Trigger → Bewegung rein geopolitisch getrieben
Gold volatil, reagiert auf Öl und Unsicherheit.
Kupfer schwächer aufgrund schlechterem Risiko-Sentiment.
Krypto
Bitcoin schwächer und unter Druck, zurück unter 78.000 USD.
Zeigt: kein stabiler Risk-On, sondern selektive Risikoaufnahme.
Daten & Ausblick
Heute im Fokus:
- Flash PMIs global
- US Jobless Claims
- Inflationsdaten aus Mexiko
- PPI Kanada
- EZB Lohntracker
Zusätzlich: wichtige Unternehmenszahlen u.a. von Intel, SAP, Blackstone.





