Geopolitik / Iran-Konflikt
Die Lage im Iran-Konflikt hat sich über das Wochenende deutlich verschärft. Iran hat die zuvor kurzfristige Öffnung der Straße von Hormus wieder rückgängig gemacht und spricht nun von einer „strikten Kontrolle“ der Wasserstraße. Hintergrund sind Vorwürfe gegenüber den USA, ihre Verpflichtungen nicht eingehalten und die Blockade iranischer Häfen nicht aufgehoben zu haben.
Mehrere Zwischenfälle wurden gemeldet, darunter Angriffe auf Handelsschiffe sowie direkte Konfrontationen zwischen iranischen Einheiten und der US-Marine. Die USA bestätigten zudem, ein iranisches Frachtschiff gestoppt und unter Kontrolle gebracht zu haben.
US-Präsident Trump verschärfte die Rhetorik erneut deutlich. Er stellte klar, dass ein Auslaufen des Waffenstillstands ohne Einigung bis Mittwoch möglich ist und drohte mit massiven militärischen Maßnahmen gegen Infrastruktur in Iran. Gleichzeitig laufen neue diplomatische Bemühungen, mit geplanten Gesprächen in Islamabad.
Auf iranischer Seite bleibt die Haltung unverändert hart: Keine weiteren Gespräche unter aktuellen Bedingungen, keine Aufgabe der Urananreicherung und volle Kontrolle über die Straße von Hormus solange die Blockade besteht. Die Situation wird von US-Offiziellen als „kritisch“ eingestuft, mit realem Risiko einer erneuten Eskalation in den kommenden Tagen.
Marktreaktion / Makro
Die Märkte reagierten zunächst klar im Risk-Off-Modus:
- Ölpreise sprangen zur Wochenöffnung deutlich an, gaben im Verlauf aber wieder einen Teil der Gewinne ab, da der Fokus auf mögliche Verhandlungen zurückkehrte
- US-Futures starteten schwächer, konnten Verluste jedoch teilweise reduzieren
- APAC-Märkte zeigten sich insgesamt stabil und ignorierten einen Großteil der geopolitischen Eskalation
- Europäische Futures deuten auf eine schwächere Eröffnung hin
Der US-Dollar konnte leicht zulegen, unterstützt durch steigende Ölpreise und kurzfristige Risikoaversion. Gleichzeitig bleibt die Bewegung insgesamt uneinheitlich, da Marktteilnehmer auf neue politische Signale warten.
Zinsen / Fixed Income
- US-Treasuries standen unter Druck durch steigende Inflationserwartungen infolge höherer Ölpreise
- Bund-Futures gaben nach
- JGBs stabil nach Rücknahme von Zinserhöhungsfantasien
Rohstoffe
- Öl bleibt der zentrale Treiber – geopolitisch getrieben, aber stark headline-abhängig
- Gold zunächst schwächer, dann Stabilisierung
- Kupfer zeigte klassische Risk-Off-Reaktion mit anschließender Erholung
Aktienmärkte
Trotz geopolitischer Unsicherheit bleibt das größere Bild interessant:
- US-Indizes hatten zuletzt neue Hochs erreicht, getrieben durch fallende Ölpreise und kurzfristige Entspannung im Konflikt
- Die aktuelle Eskalation stellt diese Bewegung nun auf die Probe
- Europa dürfte schwächer starten
- Asien zeigt weiterhin relative Resilienz
Makro-Events heute
- Deutscher Erzeugerpreisindex (PPI)
- Kanadische Inflation
- Neuseeland: Business Confidence & CPI
- Kommentare von EZB-Präsidentin Lagarde
- Unternehmenszahlen u.a. von Cleveland-Cliffs







