Asien-Pazifik – Marktüberblick
- Aktien in Asien-Pazifik starteten überwiegend im Minus, da die Märkte auf die neuen US–Europa-Handelsspannungen reagieren. Ein Teil der Verluste wurde im Verlauf aber wieder aufgeholt.
- ASX 200 startet mit moderaten Verlusten. IT und Finanzen belasten, während Gold und Utilities stützen – unterstützt durch XAU/USD auf neuem Allzeithoch.
- Nikkei 225 trifft es am stärksten (zeitweise bis -1,5%), begleitet von einem stärkeren JPY durch Safe-Haven-Flows.
- KOSPI outperformt und baut seine Allzeithochs aus, da Südkorea und China eine neue Runde von Freihandelsgesprächen vorbereiten.
- Hang Seng & Shanghai Composite starteten schwächer, driften aber auseinander: Shanghai dreht ins Plus, während der Hang Seng die Verluste ausweitet. Chinas GDP (Q4 über Erwartungen, 2025 im Zielkorridor) löst keine spürbare Aktienreaktion aus.
- US-Futures sind mit einem Gap nach unten gestartet und halten die Verluste – ausgelöst durch die wieder aufflammenden US–EU-Spannungen.
- Europa-Futures signalisieren einen negativen Start: Euro Stoxx 50 Future -1,1%, nachdem der Kassamarkt am Freitag -0,3% geschlossen hatte.
Was passiert ist (Greenland / Tariffs)
- US-Präsident Trump fordert, dass die USA Grönland erwerben, und bezeichnet es als „vital“ für die nationale Sicherheit.
- Nach Ablehnung durch Dänemark und europäische Partner kündigt Trump Zölle an, explizit gekoppelt an Zustimmung zur Grönland-Frage:
- 10% ab 1. Februar
- 25% ab 1. Juni
- Betroffen sind acht Länder: Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Norwegen, Schweden, UK.
- Zusätzlich eskaliert die Lage, da Trump militärische Optionen nicht ausschließt.
- Kontext: Das Ganze spielt sich unmittelbar vor Davos 2026 (19.–23. Januar) ab.
Europas Reaktion
- Die acht Länder veröffentlichen eine gemeinsame Erklärung: Die US-Maßnahme gefährde transatlantische Beziehungen und berge das Risiko einer Abwärtsspirale.
- EU-Botschafter halten Notfallgespräche in Brüssel.
Aktuelle EU-Linie
- Keine sofortige Vergeltung
- Abwarten bis 1. Februar, ob die Zölle tatsächlich kommen
Diskutierte Optionen
- EUR 93 Mrd. an zuvor ausgesetzten EU-Gegenzöllen könnten automatisch am 6. Februar aktiv werden, falls Gespräche scheitern.
- Aktivierung des Anti-Coercion Instruments („Trade Bazooka“): Zölle, Marktbeschränkungen, Limits für US-Firmen.
- Hintergrund laut Medien: Europa würde lieber verhandeln, aber Retaliation bleibt möglich, falls Washington weiter eskaliert.
- UK PM Starmer plant eine Notfall-Pressekonferenz am 19. Januar (vormittags, Uhrzeit noch offen).
Dänemark & Grönland
- Grönland ist selbstverwaltet innerhalb des Königreichs Dänemark.
- Dänemark & Grönland betonen: Grönland ist nicht verkäuflich – die Zukunft entscheiden die Grönländer.
- Proteste in Nuuk, die politische Führung ist sichtbar beteiligt.
- Dänische Militärs widersprechen US-Behauptungen über russische/chinesische Aktivitäten nahe Grönland.
Warum Grönland für die USA strategisch ist
- Militär / Raketenabwehr: Pituffik Space Base, relevant für Frühwarnsysteme und Trumps „Golden Dome“-Pläne
- Geografie: Schlüsselposition zwischen Nordamerika, Europa, Russland; Kontrolle über Arktis-Routen
- Großmachtkonkurrenz: Counter gegen Russland & China in der Arktis
- Rohstoffe: Rare Earths / kritische Metalle – wirtschaftliche Nutzung kurzfristig fraglich
NATO-Risiko
- NATO: Arktis-Sicherheit müsse innerhalb der NATO geregelt werden – nicht über Druckmittel.
- Europa warnt: Eine erzwungene Lösung würde die NATO-Einheit massiv beschädigen und territorialen Revisionismus legitimieren.
Was als Nächstes zählt
Kurzfristig (Wochen)
- EU wartet bis 1. Februar
- Diplomatie & Gespräche, inkl. Davos 19.–23. Januar
- Deeskalation & Klarheit bei militärischer Kommunikation
Mittelfristig (wenn Zölle kommen)
- EU-Gegenmaßnahmen (potenziell 90 Mrd.+)
- Anti-Coercion Instrument möglich
- Verzögerungen/Suspensionen bei EU–US-Abkommen
Worst Case
- Bruch transatlantischer Beziehungen
- NATO-Glaubwürdigkeit beschädigt
- Größte Allianzkrise seit Jahrzehnten









