Morning Briefing 13.05.2026

May 13, 2026

Geopolitik: Iran bleibt der dominante Makrofaktor

Die Lage rund um den Iran bleibt angespannt und ist aktuell der wichtigste Treiber für Ölpreise, Inflationserwartungen und Zinsdynamiken. US-Präsident Trump betonte erneut, dass die USA nur einen „guten Deal“ akzeptieren würden und kündigte ein längeres Gespräch mit Chinas Präsident Xi zum Iran-Konflikt an. Gleichzeitig verschärft sich die Rhetorik deutlich: Trump erklärte, Iran werde entweder „das Richtige tun“ oder die USA würden „den Job beenden“.

Iran wiederum stellt fünf Bedingungen für neue Verhandlungen mit den USA:

  • Ende des Krieges
  • Aufhebung aller Sanktionen
  • Freigabe eingefrorener Gelder
  • Entschädigungen für Kriegsschäden
  • Anerkennung iranischer Souveränität über die Straße von Hormus

Damit bleibt klar: Der Markt preist weiterhin ein strukturelles Energie- und Inflationsrisiko ein. Besonders kritisch bleibt die Straße von Hormus. Laut US-Geheimdiensten verfügt Iran weiterhin über operative Raketenstellungen entlang der Meerenge. Gleichzeitig berichten Tanker-Tracker, dass Iran seit 28 Tagen praktisch kein Öl mehr erfolgreich exportieren konnte.

Die USA, Großbritannien und weitere Staaten verstärken inzwischen ihre militärische Präsenz rund um Hormus. Großbritannien entsendet Drohnen, Kriegsschiffe und Kampfjets zur Sicherung der Handelsroute.

Märkte: Inflation, Öl und Renditen dominieren

Die Märkte reagieren weiterhin sensibel auf die Kombination aus:

  • steigenden Ölpreisen
  • hartnäckiger Inflation
  • geopolitischem Risiko

US-Aktien schlossen gemischt:

  • S&P 500: -0,16%
  • Nasdaq: -0,87%
  • Russell 2000: -0,97%
  • Dow Jones: +0,11%

Technologiewerte standen unter Druck, nachdem es zu Gewinnmitnahmen im Halbleitersektor kam. Gleichzeitig hielten sich defensive Sektoren wie Energie, Healthcare und Basiskonsum besser.

Der Markt erkennt zunehmend:
Höhere Ölpreise bedeuten höhere Inflationsrisiken. Höhere Inflation wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Zentralbanken länger restriktiv bleiben oder sogar erneut anheben müssen.

Öl über 100 USD – Inflationsdruck bleibt hoch

WTI und Brent handeln weiter oberhalb der Marke von 100 USD pro Barrel. Die Eskalation rund um Hormus hält den Risikoaufschlag hoch. Gleichzeitig erklärte das Weiße Haus, man arbeite an einer Öffnung der Handelsroute und setze strategische Ölreserven frei.

Wichtig:
Der Markt beginnt zunehmend wieder ein „Higher for Longer“-Szenario einzupreisen.

Das zeigt sich besonders bei den Renditen:

  • US-10Y bleiben hoch
  • Japanische Langläufer erreichen neue Mehrjahrzehntehochs
  • Die Inflationserwartungen steigen weltweit

Die 30-jährige japanische Rendite erreichte sogar ein Allzeithoch.

Währungen

Der US-Dollar bleibt fest:

  • unterstützt durch höhere Ölpreise
  • stärkere Inflation
  • steigende Renditen

USD/JPY hält sich über 157. Der Yen profitiert trotz guter japanischer Daten nicht nachhaltig, weil die Renditedifferenz weiter gegen Japan arbeitet.

EUR/USD bleibt unter Druck, obwohl aus der EZB zunehmend hawkische Töne kommen. Nagel erklärte, dass weitere Zinserhöhungen zunehmend wahrscheinlicher werden.

Rohstoffe

Kupfer bleibt extrem stark:

  • CME Kupfer auf Rekordhochs
  • LME Kupfer über 14.000 USD/Tonne

Das unterstreicht weiterhin das globale Inflations- und Reflationsthema.

Gold konsolidiert leicht, leidet kurzfristig aber unter:

  • stärkerem Dollar
  • steigenden Renditen

Bitcoin konnte sich dagegen wieder über 81.000 USD stabilisieren.

China & Trump-Xi-Treffen

Trump reist mit mehreren CEOs großer US-Konzerne nach China, darunter:

  • NVIDIA
  • Tesla
  • Boeing
  • Goldman Sachs
  • Qualcomm
  • Micron

Der Markt beobachtet das Treffen mit Xi genau. Fokus bleibt:

  • Handelsbeziehungen
  • Technologiezugang
  • Industriepolitik
  • Iran-Vermittlung

Europa & Großbritannien

In Großbritannien eskaliert der politische Druck auf Premierminister Starmer weiter. Mehrere Minister sind zurückgetreten, zahlreiche Labour-Abgeordnete fordern seinen Rücktritt. Märkte beobachten das politische Risiko zunehmend genauer.

In Europa rückt dagegen wieder Inflation stärker in den Vordergrund. EZB-Mitglied Nagel warnte ausdrücklich davor, dass man „noch einiges an Inflation vor sich habe“.

Heute im Fokus

  • US PPI-Daten
  • EZ BIP zweite Schätzung Q1
  • EZ Industrieproduktion
  • OPEC Monatsbericht
  • IEA Monatsbericht
  • BoC Minutes
  • Reden von Lagarde, Kashkari, Collins und Lane
  • Quartalszahlen von:
    • Cisco
    • Alibaba
    • Siemens
    • Deutsche Telekom
    • Allianz
    • RWE
    • E.ON

Der Markt bleibt aktuell vollständig daten- und geopolitikgetrieben. Öl, Inflation und Renditen bestimmen weiterhin die Richtung.

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