Morning Briefing
Marktumfeld
- Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum schlossen uneinheitlich mit leicht positivem Bias, während Investoren Unternehmenszahlen sowie stärker als erwartete US-Arbeitsmarktdaten verarbeiteten. Japans Leitindex erreichte nach einem Feiertag zunächst ein Rekordhoch, gab die Gewinne anschließend jedoch wieder ab.
- US-Finanzminister Bessent erklärte, das US-Wachstum könnte 2025 bei rund 3 % liegen. Zudem erwartet er eine anhaltende Belebung bei Bau- und künftig auch bei Industriearbeitsplätzen.
- RBA-Gouverneurin Bullock betonte, dass die Notenbank die Daten genau beobachten werde und bei sich verfestigender Inflation handeln müsse. Weitere Zinserhöhungen seien möglich.
- Japans oberster Währungsdiplomat Mimura erklärte, man kommentiere keine Wechselkursniveaus, beobachte die Märkte jedoch mit hoher Dringlichkeit.
- Europäische Aktienfutures signalisieren eine festere Eröffnung; Euro Stoxx 50 Futures +0,8 %, nachdem der Kassamarkt am Mittwoch -0,2 % schloss.
Daten & Termine – Ausblick
- UK: BIP vorläufig (Q4), BIP (Dezember)
- USA: Erstanträge/fortgesetzte Arbeitslosenhilfe, bestehende Hausverkäufe (Jan)
- IEA Oil Market Report, informelles EU-Leader-Treffen
- Redner u.a.: EZB (Cipollone, Lane, Nagel), BoC (Rogers)
- Anleiheemissionen aus Italien und den USA
- Unternehmenszahlen u.a. von Applied Materials, Arista Networks, Vertex Pharmaceuticals, Howmet Aerospace, Coinbase, American Electric Power, Hermes, L’Oréal, Siemens und Mercedes-Benz
US-Handel
Aktien
US-Börsen zeigten eine volatile Sitzung und schlossen überwiegend leicht im Minus. Fokus lag auf dem starken Januar-Arbeitsmarktbericht: Die Headline übertraf die Erwartungen deutlich, die Arbeitslosenquote sank und die Löhne fielen fester aus als prognostiziert.
Die erste Marktreaktion bestand aus steigenden Aktienfutures und einem stärkeren Dollar sowie Druck auf Staatsanleihen und Gold, wobei diese Bewegungen im Verlauf nachließen. Parallel dazu wurden die jährlichen BLS-Benchmark-Revisionen veröffentlicht, die die Gesamtzahl der Nonfarm Payrolls bis März 2025 um 862 Tsd. nach unten revidierten.
Indexstände:
- S&P 500: -0,01 % bei 6.941
- Nasdaq 100: +0,29 % bei 25.201
- Dow Jones: -0,13 % bei 50.121
- Russell 2000: -0,38 % bei 2.669
Handelspolitik / Zölle
- Trump und Xi könnten beim erwarteten Treffen im April in Peking den Handelsfrieden um bis zu ein Jahr verlängern.
- Trump warnte Republikaner vor politischen Konsequenzen bei Ablehnung von Zöllen und bezeichnete diese als Gewinn für die nationale Sicherheit.
- Kritik an Kanadas Handelspraktiken wurde erneut geäußert.
- Das US-Repräsentantenhaus verabschiedete mit 219 zu 211 Stimmen eine Resolution zur Abschaffung der Kanada-Zölle.
- USA und Taiwan sollen am 13. Februar ein reziprokes Handelsabkommen unterzeichnen.
- Demokratische Senatoren fordern Maßnahmen gegen chinesische Fahrzeuge in nordamerikanischen Handelsgesprächen.
- Chinas Chefhandelsunterhändler traf Vertreter Mexikos sowie den CEO von Westinghouse.
Notenbanken & Politik
- Fed-Mitglied Miran erklärte, der starke Arbeitsmarktbericht schließe Zinssenkungen nicht aus; steigendes Angebot könne die Inflation dämpfen.
- Fed-Mitglied Hammack sieht den Arbeitsmarkt weitgehend im Gleichgewicht, betonte jedoch, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei. Der aktuelle Leitzins liege nahe am neutralen Niveau.
- Präsident Trump wies das Energieministerium an, Kohlekraftwerke finanziell zu unterstützen, und ordnete an, dass das Pentagon Strom aus kohlebefeuerten Anlagen beziehen soll.
APAC-Handel
Aktien
- ASX 200: Zugewinne dank Stärke in Versorgern und Finanzwerten nach positiven Unternehmenszahlen; begrenzt durch hawkishe RBA-Kommentare.
- Nikkei 225: Überschritt erstmals die Marke von 58.000 Punkten, gab die Gewinne jedoch bei anhaltender Währungsstärke wieder ab.
- Hang Seng / Shanghai Composite: Gemischtes Bild. Hongkong wurde durch schwache Reaktionen auf Zahlen von Budweiser und NetEase belastet sowie durch Druck auf große Tech-Werte. Festlandaktien hielten sich stabil nach einer erneuten Liquiditätsoperation der PBoC und politischen Initiativen zur Förderung von KI. Zudem bestehen Erwartungen auf eine Verlängerung des US-China-Handelsfriedens.
- US-Futures: Leicht fester in enger Handelsspanne.
Devisen
- DXY: Richtungsarm trotz starker Konjunkturdaten; Zinssenkungserwartungen wurden von Juni auf Juli verschoben. Handelsunsicherheiten belasteten zusätzlich.
- EUR/USD: Ohne klare Richtung unterhalb von 1,1900; Diskussionen über zusätzliche EU-Schulden.
- GBP/USD: Seitwärts vor den UK-BIP-Daten.
- USD/JPY: Rückgang unter 153, unterstützt durch verbale Intervention japanischer Behörden.
- AUD/NZD: Seitwärts bei gemischter Risikostimmung und hawkisher RBA.
- PBoC-Fixing: USD/CNY bei 6,9457 (Erwartung 6,9153).
- BoC-Protokoll: Leitzins weiterhin stimulierend; Flexibilität in der Geldpolitik notwendig.
Renten
- 10-jährige US-Treasuries: Kaum verändert nach vorherigem Rückgang infolge starker Arbeitsmarktdaten; schwache Auktion belastete.
- Bund-Futures: Stabilisierung nach hoher Volatilität und EZB-Kommentaren zu höherer Verschuldung sowie strukturellen Belastungen der deutschen Wirtschaft.
- 10-jährige JGB-Futures: Schwankungsanfällig nach Feiertag; PPI-Daten entsprachen den Erwartungen.
Rohstoffe
- Öl: Leicht unterstützt, jedoch begrenzte Gewinne bei gemischter geopolitischer Nachrichtenlage. Berichte über mögliche zusätzliche US-Flugzeugträger im Nahen Osten stehen Gesprächen mit Iran gegenüber.
- US-Energieminister Wright erklärte, die Öl-Quarantäne gegen Venezuela sei faktisch beendet.
- Venezuelas Interimspräsidentin strebt Fortschritte in den Beziehungen zu den USA sowie Abkommen in Öl, Gas und Energie an.
- Gold: Richtungsarm nach Rücksetzer von Widerständen um 5.100 USD/oz und reduzierten Zinssenkungserwartungen.
- Kupfer: Unentschlossen bei verhaltener Stimmung in China.
Kryptowährungen
- Bitcoin: Volatil, zuletzt nahe unverändert über 67.000 USD.
Datenrückblick
- Japan PPI (Jan):
- M/M: 0,2 % (erwartet 0,2 %)
- Y/Y: 2,3 % (erwartet 2,3 %)
Geopolitik
Naher Osten
- Trump bezeichnete das Treffen mit Israels Premier Netanyahu als positiv und befürwortet weitere Verhandlungen mit Iran.
- Beide Seiten vereinbarten eine enge Koordination.
- Berichte über mögliche Entsendung eines zweiten US-Flugzeugträgers; Entscheidung steht noch aus.
- Iran erklärte, kein konkretes US-Angebot erhalten zu haben.
Russland–Ukraine
- Präsident Selenskyj lehnt Friedensgespräche in Russland oder Belarus ab und sieht derzeit keine Bereitschaft Moskaus für einen Energiewaffenstillstand.
- Explosionen wurden aus Kiew gemeldet.
Weitere Entwicklungen
- Nordkorea arbeitet laut Berichten an einem U-Boot mit bis zu zehn ballistischen Raketen und beschleunigt sein Drohnenprogramm. Zudem soll Kim Ju-Ae zunehmend als mögliche Nachfolgerin positioniert werden.
Europa / UK
- UK-Finanzministerin Reeves sieht Chancen für gemeinsame Beschaffung mit Europa und strebt Fortschritte in den EU-Gesprächen an.
- EZB-Mitglied Schnabel verwies auf strukturelle Belastungen für Deutschland, darunter Demografie, hohe Energiekosten sowie globalen Wettbewerb.
- Finanzminister der Eurozone wollen Optionen zur stärkeren internationalen Nutzung des Euro prüfen.
Daten:
- UK RICS Hauspreisindex (Jan): -10 % (Erwartung -11 %, zuvor -14 %).







