ran / USA – Märkte hoffen auf Deal
Die Märkte bleiben klar fokussiert auf den Iran-Konflikt und mögliche Fortschritte bei einer diplomatischen Lösung.
Iran soll laut CNN heute seine Antwort auf den US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges an Vermittler übermitteln. Gleichzeitig zeigte sich US-Präsident Trump erneut optimistisch und sprach davon, dass ein Rahmenabkommen innerhalb einer Woche möglich sei.
Trotzdem bleibt die Lage extrem fragil.
Laut Axios könnte Trump vor seiner China-Reise auch militärische Schritte in Betracht ziehen, falls es keine Einigung mit Iran gibt. Parallel berichtete NBC, dass Saudi-Arabien den USA die Nutzung bestimmter Basen und des Luftraums für „Project Freedom“ eingeschränkt habe, woraufhin Trump seinen Plan zur Unterstützung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus zurückgenommen habe.
Iran wiederum sendete Signale an die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus und erklärte, dass iranische Häfen voll einsatzbereit seien, um maritime Dienstleistungen bereitzustellen. Gleichzeitig dementierte Teheran Angriffe auf ein südkoreanisches Schiff.
US CENTCOM meldete zudem, dass amerikanische Kräfte einen iranischen Öltanker im Golf von Oman gestoppt hätten, der versucht habe, Richtung Iran zu fahren.
Die Märkte interpretieren die Gesamtlage aktuell trotzdem als leichte Deeskalation.
Aktienmärkte – Risk-On bleibt intakt
US-Aktien stiegen deutlich an, nachdem Hoffnungen auf ein mögliches Ende des Iran-Konflikts zunahmen. Besonders Technologie-Aktien führten die Rally an, unterstützt durch starke Halbleiterwerte nach AMD-Zahlen.
Der Markt handelt weiterhin klar im Risk-On-Modus:
- SPX +1.46%
- Nasdaq +2.08%
- Dow Jones +1.24%
- Russell 2000 +1.47%
Auch in Asien setzte sich die Rally fort:
- Nikkei sprang auf neue Allzeithochs über 63.000
- Südkorea konsolidierte oberhalb der 7.000er Marke
- Hang Seng und Shanghai ebenfalls freundlich
Die Marktstruktur bleibt damit bullish, solange Ölpreise nicht erneut eskalieren und die geopolitische Lage kontrollierbar bleibt.
Öl / Dollar / Anleihen
Öl handelte volatil, aber insgesamt deutlich unter den Kriegs-Hochs:
- WTI zwischen 94.83–96.48 USD
- Brent zwischen 101.13–102.55 USD
Der Rückgang der Ölpreise stabilisierte Anleihen leicht:
- US 10Y Renditen wieder unter 4.35%
- Treasury Futures konsolidieren nach vorheriger Erholung
Der Dollar blieb schwach und pendelte knapp um die 98er Marke im DXY. GBP/USD handelte weiter stark oberhalb von 1.36.
Zentralbanken
Fed’s Goolsbee warnte davor, dass steigende Produktivität inflationär wirken könne, falls Konsumenten zukünftige Einkommenssteigerungen bereits heute ausgeben. Gleichzeitig zeigte er sich offen für neue Denkweisen beim Thema Inflation.
BoC-Gouverneur Macklem sagte:
- Bleiben Ölpreise hoch → weitere Zinserhöhungen möglich
- Neue US-Handelsrestriktionen → Zinssenkungen möglich zur Wachstumsstützung
BoJ-Minutes zeigten weiterhin Sorgen über ein mögliches „Behind the Curve“-Szenario bei Inflation.
AI / Technologie
Laut WSJ prüfen die USA und China offizielle Gespräche über KI-Zusammenarbeit während Trumps China-Reise nächste Woche.
Der Markt bleibt massiv auf AI, Halbleiter und Infrastruktur fokussiert.
Heute wichtige Earnings von:
- Coinbase
- Cloudflare
- Datadog
- CoreWeave
- Shell
- McDonald’s
Geopolitik
Israel führte erneut Luftschläge in Beirut und Südlibanon durch. Dabei wurde laut Berichten ein Kommandeur der Hezbollah-Radwan-Force eliminiert. Hezbollah meldete im Gegenzug 17 Operationen gegen israelische Ziele.
Russland erklärte erneut Gesprächsbereitschaft bezüglich Ukraine, warnte diplomatische Vertretungen in Kyiv jedoch gleichzeitig vor möglichen größeren Angriffen.
Fazit
Der Markt handelt aktuell:
- weniger Kriegsangst
- fallendes Öl
- schwächerer Dollar
- Risk-On
- AI-Momentum
- neue ATHs in globalen Aktienmärkten
Aber:
Die gesamte Struktur bleibt extrem headline-getrieben.
Ein geopolitischer Fehler oder ein Scheitern der Iran-Verhandlungen könnte die gesamte aktuelle Marktgeometrie sehr schnell drehen.








