Makro & Märkte
Die globale Risikostimmung bleibt zu Wochenbeginn gedämpft. Belastend wirken schwache chinesische PMIs, Unsicherheiten rund um die US-Politik sowie stockende Gespräche über eine mögliche Großinvestition von NVIDIA in OpenAI.
Aktienmärkte
US-Aktien handelten volatil und schlossen im Minus (S&P 500 -0,43%, Nasdaq 100 -1,28%, Dow -0,36%, Russell 2000 -1,55%). Besonders der Materials-Sektor litt unter der starken Korrektur bei Edelmetallen, während defensive Bereiche wie Basiskonsumgüter und Healthcare relative Stabilität zeigten. Apple bewegte sich trotz übertroffener Erwartungen kaum, belastet durch Sorgen über schwächere Service-Erlöse und künftige Kosten.
In Asien standen die Märkte ebenfalls unter Druck. Schwache offizielle chinesische Einkaufsmanagerindizes signalisierten eine erneute Kontraktion der Industrie. Der ASX 200 fiel aufgrund deutlicher Verluste im Rohstoffsektor. Der Nikkei konnte anfängliche Gewinne nicht halten und drehte im Zuge der allgemeinen Risikoaversion ins Minus. Hang Seng und Shanghai wurden zusätzlich durch eine geplante Mehrwertsteuererhöhung auf Telekomdienstleistungen belastet.
Europäische Futures deuten auf eine schwächere Eröffnung hin.
Geldpolitik & USA
Die Märkte bewerten weiterhin die möglichen Konsequenzen einer Fed-Führung durch Kevin Warsh, der historisch als restriktiv galt, zuletzt jedoch niedrigere Zinsen befürwortete.
Mehrere Fed-Vertreter signalisierten Zurückhaltung bei weiteren Zinssenkungen:
- Musalem bezeichnete die aktuelle Politik als neutral und sieht keinen Bedarf für zusätzliche Stimuli.
- Bowman unterstützte eine Zinspause bei weiterhin erhöhter Inflation, rechnet jedoch langfristig mit möglichen Lockerungen.
Der US-Senat verabschiedete ein Finanzierungspaket über USD 1,2 Billionen; das Repräsentantenhaus soll zeitnah abstimmen, nachdem es kurzzeitig zu einem Government Shutdown gekommen war.
FX
Der Dollar bewegte sich weitgehend seitwärts vor einer ereignisreichen Woche mit Zentralbankentscheidungen und Arbeitsmarktdaten.
- EUR/USD legte moderat zu, blieb jedoch unter 1,19.
- GBP/USD zeigte wenig Richtung vor der kommenden BoE-Sitzung.
- USD/JPY profitierte zunächst von politischen Aussagen aus Japan, gab diese Bewegung nach einer Klarstellung jedoch wieder ab.
- AUD und NZD standen nach den schwachen China-Daten unter Druck.
- Die PBoC setzte den USD/CNY-Fix bei 6,9695.
Rentenmärkte
US-Treasuries legten im Zuge einer Flucht in sichere Anlagen zu, wobei die Gewinne durch politische Unsicherheiten begrenzt wurden. Bund-Futures gaben leicht nach, unter anderem wegen anstehender deutscher Anleiheemissionen. Japanische Staatsanleihen erholten sich nach anfänglichen Verlusten und erhielten Unterstützung durch Wahlumfragen zugunsten der Regierungspartei.
Rohstoffe
Ölpreise fielen vor dem Hintergrund schwacher Nachfrageerwartungen. Acht OPEC+-Mitglieder bestätigten erwartungsgemäß die Fortsetzung der Förderpause für März. Zusätzlich lockerte Russland einige Benzinexportbeschränkungen, während Gespräche zwischen den USA und Iran möglich erscheinen.
Gold setzte seine Verluste nach dem stärksten Intraday-Rückgang seit Jahrzehnten fort; erhöhte Margin-Anforderungen verstärkten den Druck. Kupfer gab ebenfalls nach, belastet durch die schwachen chinesischen Industriedaten.
Krypto
Bitcoin fiel am Wochenende unter USD 80.000 und markierte kurzzeitig ein Tief unter USD 75.000, bevor eine Stabilisierung einsetzte.
Asien & globale Politik
Chinas Präsident Xi rief dazu auf, den Renminbi zu einer globalen Reservewährung zu entwickeln.
In Japan zeigen Umfragen einen möglichen deutlichen Wahlsieg der regierenden LDP.
Indien erhöhte in seinem Budget die Infrastrukturinvestitionen, betonte fiskalische Disziplin und plant Maßnahmen zur Stärkung der heimischen Industrie.
Geopolitik
Iran warnte vor einer regionalen Eskalation im Falle eines Krieges mit den USA und erneuerte Drohungen gegenüber Israel. Parallel könnten diese Woche Gespräche zwischen den USA und Iran stattfinden.
Für Anfang Februar sind trilaterale Gespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine geplant. Zudem meldete Russland territoriale Fortschritte.
Die USA genehmigten Waffenverkäufe an Israel und Saudi-Arabien im Umfang von nahezu USD 16 Mrd.
Handel & Zölle
US-Präsident Trump kündigte eine deutliche Reaktion an, sollte Kanada ein Handelsabkommen mit China schließen. Südkorea will nach Gesprächen mit den USA Investitionsgesetze beschleunigen. China plant endgültige Anti-Subventionszölle auf EU-Milchprodukte auf niedrigeren Niveaus als zuvor angedroht.
Europa
Der britische Premierminister Starmer brachte neue Gespräche über einen Verteidigungspakt mit der EU ins Spiel. Großbritannien und Japan wollen ihre Sicherheitskooperation vertiefen.
S&P bestätigte Italiens Rating bei BBB+ und hob den Ausblick auf positiv an.
Wichtige Termine heute
- Deutsche Einzelhandelsumsätze
- Finale globale Einkaufsmanagerindizes
- US ISM Manufacturing
- Treasury Refunding Announcement
- Reden von Notenbankvertretern (u.a. BoE, Fed)
- Quartalszahlen von Palantir und NXP Semiconductors










