FED Kommentar

January 11, 2026

Fed-Mitglied Barkin: Abschwächung am Arbeitsmarkt ist „willkommen“ – Richtung bleibt unklar

Thomas Barkin, Präsident der Federal Reserve Bank of Richmond und stimmberechtigtes FOMC-Mitglied ab 2027, hat sich zur aktuellen Lage des US-Arbeitsmarktes und zur geldpolitischen Einordnung geäußert.

Barkin bezeichnete den jüngsten Rückgang der Arbeitslosenquote als positiv und hilfreich. Gleichzeitig zeichnete er ein Bild eines Arbeitsmarktes, der zwar stabil wirkt, aber zunehmend an Dynamik verliert.

Die Einstellungstätigkeit außerhalb von Gesundheitswesen und Künstlicher Intelligenz sei derzeit begrenzt. Insgesamt verlaufe das Beschäftigungswachstum moderat und entspreche dem Muster der vergangenen Monate: wenig Neueinstellungen, wenig Entlassungen. Besonders diese Verengung des Arbeitsmarktes bezeichnete Barkin als „unangenehm“.

Bemerkenswert ist, dass laut Barkin Zinskosten aktuell kaum als zentrales Problem von Unternehmen genannt werden. In der Theorie sei ein Umfeld mit geringerer Arbeitskräfteverfügbarkeit und niedrigerem Jobwachstum eine vernünftige Balance, um Überhitzung zu vermeiden.

Offen bleibt jedoch die Richtung: Es sei nicht klar, ob sich der Arbeitsmarkt künftig eher in Richtung mehr Neueinstellungen oder mehr Entlassungen bewegen werde.

Positiv äußerte sich Barkin zur Produktivitätsentwicklung, bei der er echte strukturelle Verbesserungen erkennt. Auch die Nachfrageseite der US-Wirtschaft wirke weiterhin robust.

Mit Blick auf die Datenlage betonte Barkin, dass kommende Veröffentlichungen entscheidend seien. Die Fed arbeite weiterhin daran, Datenlücken aus der Zeit des Regierungs-Shutdowns vollständig zu schließen. Die aktuellen Arbeitsmarktdaten könnten inzwischen wieder weitgehend verlässlich interpretiert werden.

Beim Thema Wohnungsmarkt sieht Barkin die Lösung klar auf der Angebotsseite: Es müssten schlicht mehr Häuser gebaut werden.

Hinsichtlich der Inflation warnte er vor überzogenen Erwartungen. Es werde Zeit brauchen, um die Auswirkungen fehlender Inflationsberichte aus dem vergangenen Herbst vollständig aufzuarbeiten.

Fazit:
Die Aussagen Barkins unterstreichen das aktuelle Grundproblem der US-Wirtschaft: kein akuter Stress, aber zunehmende Fragilität. Für die Geldpolitik bedeutet das vorerst Abwarten statt Handeln – mit starkem Fokus auf kommende Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten.

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