Die asiatisch-pazifischen Aktienmärkte tendierten überwiegend schwächer und folgten damit der negativen Vorgabe aus den USA. Belastet wurde die Risikostimmung durch anhaltende geopolitische Spannungen sowie Sorgen rund um einen Private-Credit-Fonds, die zuletzt für Vorsicht an den globalen Märkten sorgten.
Aktienmärkte
Der japanische Nikkei 225 fiel um rund 1,1 % und rutschte trotz Yen-Schwäche unter Druck. Besonders Technologie- und Automobilwerte gehörten zu den Verlierern. Schwächere Inflationsdaten erhöhten zwar den geldpolitischen Spielraum der Bank of Japan, konnten die Aktienmärkte jedoch nicht stabilisieren.
Der Hang Seng Index verlor etwa 0,5 % bei der Rückkehr aus den Lunar-Neujahrsfeiertagen, angeführt von Verlusten bei großen Technologiewerten. Festlandbörsen bleiben weiterhin geschlossen.
In Australien zeigte sich der ASX 200 kaum verändert (-0,1 %), wobei Schwäche in Tech-, Telekom- und Konsumtiteln durch stabile Versorger- und Finanzwerte teilweise ausgeglichen wurde.
Makro – Japan im Fokus
Die japanischen Inflationsdaten signalisierten eine deutliche Abschwächung des Preisdrucks:
• Headline-Inflation fiel auf 1,5 % YoY (zuvor 2,1 %)
• Kerninflation (ex Fresh Food) bei 2,0 % – exakt am BoJ-Ziel
• Core-Core Inflation verlangsamte sich weiter auf 2,6 %
Damit liegt die Gesamtinflation erstmals seit fast vier Jahren unter dem Zielniveau der Bank of Japan. Der Markt interpretiert dies als zusätzlichen geldpolitischen Spielraum, was japanische Staatsanleihen steigen ließ.
Gleichzeitig zeigten die japanischen PMI-Daten weiterhin Expansion:
• Manufacturing PMI: 52,8 (zuvor 51,5)
• Services PMI: 53,8
• Composite PMI: 53,8
Das Wachstum bleibt also solide, während der Inflationsdruck nachlässt — eine klassische „Goldilocks“-Konstellation aus makroökonomischer Sicht.
Währungen & Rates
Der US-Dollar legte leicht zu (DXY +0,2 %), unterstützt durch geopolitische Risiken und etwas hawkishere Fed-Kommentare. USD/JPY hielt sich oberhalb von 155, gestützt durch die schwächeren japanischen Inflationszahlen.
Antipoden-Währungen standen unter Druck:
• AUD/USD −0,5 %
• NZD/USD −0,5 %
Anleihemärkte tendierten fester:
• US Treasuries leicht höher
• Bund-Futures mit Zugewinnen
• JGBs deutlich stärker nach CPI-Daten
Futures & Ausblick
US- und europäische Aktienfutures notieren moderat im Plus, wobei sich Investoren vor wichtigen US-Daten zurückhalten:
• Q4-BIP
• PCE-Inflationsdaten (Fed-präferiertes Maß)
Unternehmensnews
• NVIDIA nähert sich laut FT einer möglichen USD-30 Mrd.-Investition in OpenAI.
• Samsung könnte exklusiver HBM4-Speicherlieferant für kommende NVIDIA-GPUs werden.
• Sea Ltd kooperiert mit Google bei KI-Lösungen für Gaming, E-Commerce und Payments.
Marktinterpretation (Kurzfazit)
Die Kombination aus nachlassender Inflation in Japan, stabilen Wachstumsdaten und vorsichtiger globaler Risikostimmung führt aktuell zu einem defensiven Start in den Handelstag. Märkte warten klar auf US-Makrodaten als nächsten Richtungsimpuls.







