Die asiatischen Aktienmärkte zeigen sich überwiegend freundlich. Rückenwind kommt von der leicht positiven Wall-Street-Vorlage und etwas nachgebenden Ölpreisen. Gleichzeitig halten sich viele Marktteilnehmer vor den anstehenden Zentralbankentscheidungen zurück, allen voran vor dem FOMC am Mittwoch.
In Australien legte der ASX 200 leicht um 0,3 % zu. Unterstützung kam vor allem aus den Bereichen Technologie, Versorger und Immobilien. Belastet wurde der Markt dagegen von Schwäche im Gesundheits- und Konsumsektor. Nach der jüngsten Zinserhöhung bleibt die Geldpolitik ein Thema. Am Markt wird für Mai aktuell praktisch ein Münzwurf für eine dritte Zinserhöhung in Folge eingepreist.
In Japan stieg der Nikkei 225 deutlich um 2,4 % und näherte sich wieder der Marke von 55.000 Punkten. Positiv wirkten überraschend starke Handelsdaten. Japan verzeichnete einen Handelsüberschuss, die Exporte lagen über den Erwartungen. Zusätzlich richtet sich der Blick auf das bevorstehende Gipfeltreffen mit den USA am Donnerstag. Dort soll es unter anderem um die gemeinsame Entwicklung von Seltenen Erden, Kupfer und Lithium gehen sowie um KI-gestützte Schiffbau-Roboter. Japan will die eigene Schiffbauproduktion bis 2035 verdoppeln. Gleichzeitig läuft die zweitägige BoJ-Sitzung, und auch die erste Reaktionswelle der Unternehmen auf die Shunto-Lohnforderungen steht im Fokus.
China blieb dagegen zurück. Der Hang Seng verlor 0,4 %, der Shanghai Composite gab um 0,1 % nach. Schwach waren insbesondere Autobauer und große Ölwerte. Selbst Berichte, wonach mehrere chinesische Unternehmen die behördliche Genehmigung zum Kauf von NVIDIA-H200-AI-Chips erhalten haben sollen, konnten keine echte Aufwärtsdynamik auslösen.
Die US-Futures tendieren leicht fester. Niedrigere Ölpreise helfen zwar, aber vor der Fed bleibt die Bewegung begrenzt. Auch die europäischen Futures signalisieren einen freundlichen Start. Die Euro Stoxx 50 Futures liegen rund 0,4 % im Plus.
Am Ölmarkt gaben die Preise etwas nach. WTI fiel um 1,4 %, Brent um 0,8 %. Der Markt verarbeitet weiter die geopolitischen Schlagzeilen, allerdings ohne klare neue Eskalation oder Entspannung. Iran bestätigte, dass Sicherheitschef Larijani bei einem Luftangriff getötet wurde. Zusätzlich belasteten gemischte private Lagerdaten: ein stärkerer Rohölaufbau bei gleichzeitig größerem Benzinabbau.
Gold bewegt sich seitwärts und handelt knapp unter bzw. rund um 5.000 USD je Unze. Der Markt wartet hier ebenfalls auf die Fed. Kupfer gibt leicht nach und leidet unter der schwächeren Stimmung in China.
Auf Einzeltitelebene in Japan gab es mehrere interessante Meldungen. Hitachi stellte eine neue 800VDC-Strom- und Steuerungsarchitektur für KI-Fabriksysteme vor. Mitsui O.S.K. Lines prüft angesichts des gestiegenen Aktienkurses einen Aktiensplit. Mitsui & Co. verkauft einen Immobilienanteil in Osaka und erwartet daraus einen Gewinn im vierten Quartal. Oji Holdings schafft für neue Mitarbeiter die Einmal-Rentenzahlung ab und will stattdessen höhere laufende Gehälter zahlen. Suzuki drängt langjährige japanische Zulieferer dazu, Produktionskapazitäten in Indien aufzubauen. Zudem fahren Nissan und Toyota ihre Produktion vorsichtiger, da es Sorgen über Teilelieferungen im Zusammenhang mit der faktischen Schließung der Straße von Hormus gibt.
Zusätzlich meldete Chinas Küstenwache, ein japanisches Boot aus Gewässern nahe der Senkaku-Inseln verdrängt zu haben. Das sorgt für einen weiteren geopolitischen Unterton in der Region.
In Südkorea verlängert Korean Air die Aussetzung der Incheon-Dubai-Flüge bis zum 19. April wegen des Konflikts im Nahen Osten. Samsung C&T sicherte sich einen 3-Milliarden-USD-Deal über die Lieferung von grünem Ammoniak an Reliance Industries in Indien. Samsung Electronics soll AMD-Chefin Lisa Su in den Produktionsstätten empfangen, wobei der Markt auf mögliche Gespräche über eine weitergehende Zusammenarbeit im Foundry-Bereich schaut. SK Hynix verbesserte seine Bilanzqualität deutlich: liquidierbare Vermögenswerte stiegen 2025 auf 34,9 Billionen KRW, während die Verschuldung leicht zurückging. Daneben will die südkoreanische Regierung alternative Naphtha-Importquellen sichern und kleinere Unternehmen mit 1,5 Billionen KRW unterstützen.
Fazit für den Morgen:
Asien ist insgesamt stabil bis freundlich, angeführt von Japan. China bleibt der schwächere Teil der Region. Öl entspannt sich leicht, aber das geopolitische Risiko bleibt. Der große Taktgeber für heute und morgen bleibt klar: Zentralbanken, insbesondere die Fed und die BoJ.






