Es ist nicht wirklich ein Geheimnis, die Amerikaner sind im Großen und Ganzen eine ziemlich ausgabefreudige Gesellschaft.
Es stellt sich nämlich heraus und das ist natürlich alles sehr komplex und schwer zu durchdringen – dass wenn mehr Menschen Jobs haben und zusätzliches Geld in den Taschen landet, diese Menschen tatsächlich dazu neigen, einen Teil dieses Geldes auszugeben.
Und diese Ausgabeneigung verstärkt sich oft noch, wenn die Menschen im Vormonat aufgrund von schlechtem Wetter nicht ausreichend konsumieren konnten. Besonders dann, wenn ihre Konten zusätzlich durch Steuerrückerstattungen aufgefüllt werden, die 15–30 % höher liegen als im Vorjahr.
Kurzfristige geopolitische Spannungen in weit entfernten Ländern, die viele ohnehin kaum auf der Karte finden würden, werden zwar wahrgenommen – sie spielen jedoch eine deutlich geringere Rolle in der Hierarchie der Einflussfaktoren.
Dieses hochkomplexe Verhältnis von
Einkommen ↑ → Konsum ↑
passt gut zu unserer weiterhin sehr „technischen“ Beobachtung:
Wenn Menschen mit akuter oder zunehmender Unsicherheit konfrontiert werden, neigen sie dazu, weniger wirtschaftliche Aktivitäten zu entfalten – also weniger auszugeben, weniger einzustellen und weniger zu investieren.
Sobald sich diese Unsicherheit jedoch auflöst und sich die grundlegenden Bedingungen nicht wesentlich verschlechtert haben, beginnen die Menschen in der Regel wieder damit, wirtschaftlich aktiv zu werden.
Tatsächlich verläuft die Datenentwicklung seit dem Shutdown weiterhin genau entlang des Musters, es wird besser.
Dasselbe Muster hatten wir bereits sechs Monate zuvor nach dem sogenannten „Liberation Day“ beobachtet.
Die aktuellen Datenpunkte unterstreichen diese Entwicklung:
ADP Beschäftigung im Februar: +63.000 – ein 7-Monats-Hoch
ISM Employment: 12-Monats-Hoch
ISM Services Employment: 12-Monats-Hoch
Redbook Sales: +7 % gegenüber dem Vorjahr
Und wenn wir schon beim optimistischen Szenario sind:
Sollte sich die aktuelle Dynamik am Arbeitsmarkt weiter beschleunigen, während gleichzeitig Stimulusmaßnahmen und höhere Steuerrückerstattungen die Nachfrage ankurbeln, steigt die Wahrscheinlichkeit einer selbstverstärkenden Wachstumsdynamik.
Gleichzeitig haben sich die Lagerbestände im Einzelhandel und bei Konsumgütern weitgehend normalisiert, während die Erwartungen hinsichtlich Arbeitsmarkt und Konsum zum Jahresende eher vorsichtig geworden waren.
Das bedeutet:
Auftragswachstum könnte nach oben revidiert werden und sich beschleunigen, was einen dritten Wachstumstreiber in dieser möglichen Aktivitäts-Dynamik hinzufügen würde.
Kommen wir nun zu den gestrigen wichtigen Daten.
Der ISM Services Index ignorierte praktisch die eher skeptischen Konsensprognosen, die eine Abschwächung erwartet hatten, und erreichte stattdessen ein 45-Monats-Hoch.
Die wichtigsten Komponenten:
Gesamtindex: +2,3 Punkte auf 56,1 – 45-Monats-Hoch
Neue Aufträge: +5,5 Punkte auf 58,6 – 18-Monats-Hoch
Beschäftigung: +1,5 Punkte auf 51,8 – 12-Monats-Hoch, und bereits der dritte Monat in Folge im Expansionsbereich
Exportaufträge: +12,2 Punkte auf 57,2 – 20-Monats-Hoch
Auftragsbestände: +11,9 Punkte auf 55,9 – 44-Monats-Hoch
Preiskomponente: −3 Punkte auf 63,0 – 11-Monats-Tief
Kurz gesagt:
Wir sehen hier eine Art verbleibende Goldilocks Oase, während gleichzeitig die kurzfristigen stagflationären Risiken im Umfeld weiter zunehmen.







