Der Drang nach Wachstum ist kein kurzfristiges Phänomen mehr – er wirkt strukturell. Produktion zieht an, Nachfrage kehrt zurück, Aktivität nimmt zu. Die Wirtschaft startet mit spürbarem Vorwärtsmomentum in das Jahr.
Der Januar zeigt dabei keine vereinzelte Verbesserung, sondern eine Bewegung über die gesamte makroökonomische Landschaft hinweg. Industrieindikatoren steigen, regionale Fed-Umfragen hellen sich auf und konsumnahe Daten stabilisieren sich. Vor allem die Veränderungsraten drehen synchron nach oben – ein Muster, das selten zufällig entsteht.
Die Datentabellen zeichnen ein klares Bild: Die Dynamik ist breit abgestützt.
Der Wochenauftakt bestätigte dieses Signal eindrucksvoll. Der ISM Manufacturing Index sprang um 4,7 Punkte auf 52,6 und erreichte damit den höchsten Stand seit über drei Jahren. Noch bemerkenswerter ist jedoch die Entwicklung der Nachfragekomponenten. Die Auftragseingänge stiegen um 9,7 Punkte auf 57,1 – ein Niveau, das zuletzt vor fast vier Jahren beobachtet wurde.
Auch unterhalb der Oberfläche verbessert sich die Lage. Die Auftragsbestände liegen wieder im expansiven Bereich, Exportorders drehen ins Plus, und der Beschäftigungsindex zeigt eine klare Stabilisierung, selbst wenn er die Wachstumsschwelle noch nicht überschritten hat.
Die Preiskomponente bleibt erhöht, beschleunigt sich jedoch nicht weiter. Das deutet weniger auf neue Inflationsspannungen hin als auf eine weiterhin solide wirtschaftliche Aktivität.
Wenn sich nahezu alle hochfrequenten Messgrößen gleichzeitig verbessern, spricht das in der Regel gegen einen statistischen Ausreißer. Es wirkt vielmehr wie eine Wirtschaft, die nach einer Phase erhöhter Vorsicht wieder Tritt fasst.
Doch starke Daten tragen eine eigene Gesetzmäßigkeit in sich: Phasen sehr hoher Dynamik gehen früher oder später in moderatere Wachstumsraten über. Verbesserungen verlieren an Tempo, nicht unbedingt an Richtung. Wann dieser Übergang einsetzt, bleibt offen – Konjunkturzyklen folgen keinem Kalender, sondern den zugrunde liegenden Impulsen.
Mehrere dieser Impulse bleiben vorerst bestehen. Fiskalische Unterstützung wirkt weiterhin in die Realwirtschaft hinein, steuerliche Effekte begleiten den Jahresbeginn, und gleichzeitig treten die aktuellen Daten gegen Vergleichswerte an, die stark von Unsicherheit geprägt waren. Dadurch fallen die Veränderungsraten derzeit besonders deutlich aus.
Nicht jede grüne Zahl steht dabei für außergewöhnliche Stärke im absoluten Sinn. Häufig signalisiert sie vor allem eines: Bewegung.
Und genau diese Bewegung prägt den Jahresauftakt. Keine Euphorie, keine offensichtliche Überhitzung – sondern eine Wirtschaft mit Momentum. Eine Wirtschaft, die sich beschleunigt.












