FOMC – Federal Open Market Committee

January 4, 2026

Was wirklich beschlossen wurde

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) ist das zentrale Entscheidungsgremium der Federal Reserve.

Er entscheidet über den Leitzins in den USA, steuert damit das Zins- und Liquiditätsumfeld und legt fest, ob Anleihekäufe oder -verkäufe notwendig sind, um die Finanzbedingungen zu beeinflussen. Der Ausschuss tagt regelmäßig – und veröffentlicht anschließend die sogenannten FOMC Minutes, also die offiziellen Sitzungsprotokolle.

Die jüngsten Protokolle zeichnen ein ungewöhnlich knappes und gespaltenes Bild. Die Mehrheit der Mitglieder stimmte für eine Senkung auf 3,50–3,75 %, wobei neun Mitglieder einen Cut um 25 Basispunkte unterstützten. Ein Mitglied (Miran) votierte für –50 bp, während Goolsbee und Schmid unverändert lassen wollten.

Der Ausschuss begründete den Schritt mit zunehmenden Abwärtsrisiken am Arbeitsmarkt, einem weiterhin moderaten Wachstum und einer Inflation, die weiterhin über 2 % liegt. Gleichzeitig wurden zollbedingte Preisdruckfaktoren ausdrücklich erwähnt. Auf der Bilanzseite bleibt das Hauptziel, ein System mit ausreichenden Reserven zu sichern.

Arbeitsmarkt: Warum 5 % Arbeitslosigkeit nicht automatisch Rezession bedeutet

In unseren Analysen haben wir bereits herausgearbeitet, dass wir in den kommenden Monaten – ähnlich wie zu Beginn von 2025 – mit einer Phase der Disinflation rechnen. Das spricht natürlich für eine weiterhin lockere Zinspolitik der Federal Reserve.

Und genau hier wird das Doppelmandat der Fed wichtig: Preisstabilität ist nur die eine Seite. Die andere heißt Beschäftigung.

Hier muss man vorsichtig sein, wenn man Prognosen zum Arbeitsmarkt macht. Sobald wir eine Größe prognostizieren, müssen wir viele andere konstant halten – und genau das ist in der Realität selten.

Wenn ich zum Beispiel sage, die Arbeitslosenquote könnte in Richtung 5 % steigen, müsste ich gleichzeitig annehmen, dass

– die Erwerbsquote unverändert bleibt und
– die Menschen weiterhin aktiv nach Arbeit suchen.

In der Praxis passiert aber oft das Gegenteil:
Menschen verlieren ihren Job – hören aber irgendwann auf zu suchen. In diesem Moment gelten sie statistisch nicht mehr als arbeitslos, sondern als „nicht im Arbeitsmarkt“. Die Quote verbessert sich – obwohl es der Realität schlechter geht.

Darum ist für 2026 wahrscheinlich die bessere Kennzahl:

Beschäftigte insgesamt.

Hier sehen wir seit Monaten eine Obergrenze um 164 Mio. Personen. 2025 pendelten wir permanent knapp darunter. Ich halte es für plausibel, dass wir 2026 diese Marke nicht nachhaltig überschreiten.

Das würde bedeuten:

  • Wachstum und Gewinne können stabil bleiben
  • aber ohne nennenswerte neue Jobs
  • oder sogar mit leichtem Beschäftigungsrückgang, falls die Erwerbsquote sinkt.t.

Die Botschaft der FOMC ist eindeutig: Weitere Zinssenkungen sind nur dann wahrscheinlich, wenn die Disinflation überzeugender wird. Mehrere Mitglieder plädierten dafür, zunächst eine Pause einzulegen, um die verzögerten Effekte der bisherigen Zinspolitik zu beobachten. Damit bleibt die Fed klar datenabhängig und vermeidet einen festen Zinspfad. Analysten sprechen zu Recht von einer sichtbar gespaltenen Fed. Barclays erwartet vor diesem Hintergrund eine Pause im Januar – bei gleichzeitiger Wachsamkeit gegenüber verbleibenden Inflationsrisiken.

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