Wochenupdate: Zykliker und Emerging Markets führen, Tech unter Druck

February 7, 2026

US Dollar

Der US-Dollar bleibt strukturell schwach, konnte jedoch kurzfristig von der noch ausgeprägteren Yen-Schwäche sowie starken Makrodaten profitieren. Sowohl der ISM Manufacturing als auch der Services PMI bestätigen weiterhin eine wirtschaftliche Expansion, entgegen der medial getriebenen Narrative, die den Technologie-Abverkauf fälschlicherweise mit einer generellen Abschwächung der Realwirtschaft gleichsetzen.

Technisch konnte der Dollar seine oberen Widerstandsbereiche testen, bevor eine erneute Konsolidierung einsetzte.

Für die Positionierung bleibt es entscheidend, die Dollar-Gold-Korrelation im Auge zu behalten – insbesondere nachdem die Goldvolatilität wieder unter die kritische 40er-Zone gefallen ist.

Innerhalb der Funding-Währungen erwies sich der Schweizer Franken zuletzt als stabilster Value-Trade gegen den schwachen Dollar. Dieses Setup bleibt grundsätzlich intakt und könnte bei erneuter Dollar-Schwäche wieder attraktive Einstiegspunkte liefern.

Renditen

Die Entwicklung der US-Renditen bestätigt weiterhin unseren Makro-Baseline-Case.

Wir beobachten einen bullish steepener – eine steiler werdende Zinskurve – während sich insbesondere der Spread zwischen langlaufenden Treasuries und dem zweijährigen Papier, das stark mit der Fed-Policy korreliert, weiterhin rückläufig verhält. Dieses Muster steht im Einklang mit unseren disinflationären Erwartungen.

Zwar signalisierten die ISM-Berichte steigende Inputpreise in der Produktion, doch der vielfach erwartete Zoll- oder Kostendruck ist bislang nicht sichtbar.

Weitere disinflationäre Hinweise liefern:

  • Arbeitslosen-Erstanträge nahe Zyklustiefs
  • stabile Inflationserwartungen der University of Michigan (1-Jahr)

In der kommenden Woche richtet sich der Fokus auf den CPI-Report. Unser bisheriger Base Case lag bei rund 2,5 %. Ein kurzfristiger Dip darunter erschien möglich aber mit den jüngsten Daten passen wir diese Erwartung jedoch pragmatisch an.

Entscheidend bleibt nicht der einzelne Datenpunkt, sondern die Veränderungsrate und Trendrichtung und beide zeigen weiterhin klar nach unten.

Volatilität

Der VIX reagierte erwartungsgemäß auf Konzentrationsrisiken und den beschleunigten Abverkauf im Technologiesektor, allerdings erneut nur temporär. Der schnelle Rückgang unter 19 und aktuell in Richtung 17 bestätigt, dass es sich eher um kurzfristige Volatilitätsspitzen als um einen strukturellen Regimewechsel handelt.

Aufschlussreicher war die Bewegung in der Goldvolatilität: Der Anstieg über 40 leitete zunächst eine Verkaufswelle ein, vergleichbar mit den Mustern aus Oktober 2025. Dass diese Spitzen jedoch rasch wieder abgebaut wurden, spricht für eine weiterhin stabile Risikoarchitektur.

Besonders beruhigend bleibt die Entwicklung der Bondmarkt-Volatilität, die sich weiterhin nahe zyklischer Tiefstände komprimiert – ein Umfeld, das typischerweise gegen systemische Stressphasen spricht.

Zum Wochenschluss war dennoch Vorsicht geboten: Dealer Gamma rutschte tief in den negativen Bereich. Unser Team war entsprechend vorbereitet, da Market Maker in solchen Konstellationen Marktbewegungen prozyklisch verstärken können. Eine Dynamik, die sich deutlich in Price Action widerspiegelte und kurzfristig attraktive Trading-Opportunitäten eröffnete.

Rohstoffe

Der Gold-Abverkauf wirkte zunächst drastisch, war jedoch aus einer risikobewussten Perspektive keineswegs überraschend. Wer systematisch arbeitet, reduziert Positionen automatisch bei neuen Hochs und steigender Volatilität, lange bevor es zu beschleunigten Korrekturen kommt.

Ob man auf tieferen Niveaus wieder einsteigt, bleibt eine individuelle Entscheidung. Mit sauberem technischem Framework konnten jedoch mehrere hundert Dollar an Bewegung taktisch genutzt werden.

Die zentrale Lehre bleibt:
Große Marktbewegungen dürfen nicht narrativ interpretiert werden. Sie müssen quantitativ eingeordnet werden.

Gold und auch der DAX haben diese Woche eindrucksvoll gezeigt, dass selbst massive Kursausschläge nicht zwangsläufig eine Veränderung der übergeordneten Marktstruktur bedeuten.

Anders stellt sich die Lage bei Bitcoin und insbesondere bei Proxy-Vehikeln wie MSTY dar. Hier hat sich die strukturelle Dynamik deutlich verschlechtert,  ein Move, den wir bereits im vergangenen Jahr antizipiert hatten.

Globale Märkte

Asiens jüngste Outperformer erlebten eine volatile Woche mit teils erratischen Bewegungen, während der Technologie-Abverkauf global sichtbar wurde.

Mexiko hingegen setzte seine relative Stärke fort und schloss mit einer Wochenperformance von über 6 %.

In unseren täglichen Webinaren haben wir wiederholt betont, wie wichtig es ist, Währungen und Aktienmärkte getrennt zu analysieren. Japan liefert dafür aktuell ein Lehrbuchbeispiel.

Während der Yen weiter unter Druck steht, bleibt der japanische Aktienmarkt robust.
Die Kombination aus Short Yen / Long Japan Equities zahlte sich entsprechend aus:

  • ca. +4 % im Aktienmarkt
  • rund +2 % durch Yen-Schwäche

Eine Differenzierung, die viele Investoren nicht vornehmen,die jedoch entscheidend für echte Makro-Alpha ist.

US-Sektoren

Das Bild bleibt unverändert: Zyklische Sektoren markieren weiterhin neue Hochs.

Besonders bemerkenswert ist die relative Stärke des Industriesektors (XLI), der trotz des breiteren Indexdrucks einen Wochengewinn von nahezu 5 % verzeichnete. Der vermeintliche „Marktabverkauf“ relativiert sich zudem, wenn man berücksichtigt, dass ein Großteil der Schwäche auf nur zwei Unternehmen zurückzuführen war.

Interessant war zudem die von uns häufig beschriebene Rotationskette: In Phasen erhöhter Unsicherheit fließt Kapital zunächst in Value- und defensive Sektoren, bevor klassische Safe-Haven-Trades wie US-Dollar und Treasuries folgen. Genau dieses Muster war zur Wochenmitte zu beobachten.

Small Caps konnten sich dem schwächeren Arbeitsmarktsentiment und der allgemeinen Risikoaversion nicht vollständig entziehen, beendeten die Woche jedoch immerhin mit einem Plus von rund 2 %.

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